Maria Vilkovisky: „Gedichte“

Übersetzt von: Polina Stoppel-Beise u. Lena Muchin:

Der Tag der Kosmonautin I

Ich lebe auf dem Prospekt Gagarins

in der Stadt der umbenannten Straßen

dort wo Dzeržinskij und Kalinin die illegalen Decknamen der Helden Nauryzbaj

und Kabanbaj tragen

aber Gogol‘ und Ševčenko halten sich an die Pass-Daten

und Furmanov wartet auf den Tod von demjenigen, dessen Ehre und Würde

vom Staat bewacht wird.

Auf seinem Territorium ist ein Kosmodrom

und es fallen die verarbeiteten Stufen

(die zukünftigen Städte, wenn das Erdöl aufgebraucht ist, kommen mir manchmal vor

wie eine Müllhalde radioaktiver Abfälle von China und anderer Imperien)

und auf der Metrostation „Bajkonyr“ fliegt auf dem Monitor eine Rakete und Talgat

Musabaev

schwebt im der Schwerlosigkeit

an diesem Tag

wurde ich bei den Pionieren aufgenommen neben dem ewigen Feuer mit einer Wache

aus Schülern

es war Frühling, die Bäume blühten überall wuchsen Tulpen und das Wasser war

viel viel nasser

und die Erzählung der Mutter, wie sie die Passanten in Moskau umarmt hat

vor Freude, dass Gagarin endlich flog

ein Mensch im Weltall!

Das war unwahrscheinlich

wo seid ihr Außerirdischen?

Wann löscht ihr endlich

diesen traurigen Planeten

vom Antlitz des Weltalls.

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