Übersetzt von: Polina Stoppel-Beise u. Lena Muchin
Nein, Jungs, was ihr auch sagt, aber früher war das Leben spannender! Sollen sie ruhig schimpfen auf unsere 70er-80er, den verfaulenden Sozialismus, den Stillstand und ähnliches, aber ich sage euch: in diesem allen war etwas, was man mit Worten nicht beschreiben kann. Aber ich versuche es.
Ich war vor kurzem auf einem Konzert in einer Anstalt und wäre vor Langeweile fast gestorben. Nein, von außen sieht alles gut aus, schön, kostümiert, angenehme Stimmen, backvokal, Tänze, alles in Ordnung. Aber gleichzeitig war alles irgendwie wie geleckt, zu pompös und im Ganzen vorhersehbar. Und die Mehrheit der Sänger unterschieden sich nur in ihren Namen voneinander.
Das Volk in dem Saal war fröhlich, klatschte, sang sogar mit und da erinnerte ich mich plötzlich, wie vor dreißig, vierzig Jahren, in der stärksten Blüte des Sozialismus, pünktlich vor der nächsten Veranstaltung des Komsomols, in der Universität, wo ich die Ehre hatte zu studieren, ein Konzert der Laienkunst aufgeführt wurde. Und weil dieses nicht geplant war, sondern spontan statt fand, konnten unsere staatlichen Sänger und Musiker aus verschiedenen Gründen nicht auftreten.
Die Leitung der Hochschule grämte sich nicht lange darum und entschied zu der Veranstaltung unser studentisches Theater anzulocken um das Fehlen von schönen Liedern und Tänzen zu kompensieren. Ich starte jetzt ein Random-Programm, das zufällig das Bild eines Plakats hat. Die Bürger der Sowjetunion sollten sich an solch ein Format des Ausdrucks patriotischer Gefühle erinnern. Gesagt-getan.
Zu dem Zeitpunkt war ich gleichzeitig Student im vierten Semester und Regisseur des studentischen Theaters. Deshalb, als ich vom Dekanat gerufen wurde, entschied ich, dass die Rede von einem banalen Auftritt in einer WG oder dem traditionellen „Studentischen Frühling“ sein soll. Doch der Dekan überrumpelte mich schon bei den ersten Worten: „Also, Sabyržan, ich wurde von Oben angerufen!“ Akylbek Saulebekovič zeigte mit dem Daumen auf die Decke. „Es gibt eine wichtige Aufgabe für dich!“ Man konnte es verstehen, dass die Götter des Olymps dann herab klingeln, um eine Medaille zu verleihen oder jemandem auf den Hintern zu klopfen. Und weil ich keine Trophäe erwartete (wofür denn auch?), sagte ich laut, dass es mir eine Ehre wäre, dass ich bereits jetzt bereit war zur Front zu gehen und ähnlichen Müll. Der Dekan schaute mich an und sagte irgendwie lang gedehnt: „Du, Madeev, mach keine Dummheiten. Ich kenne dich. Die Sache ist ernst, sie wird vom Parteikomitee kontrolliert. Als Akylbek Saulebekovič vom Vornamen zum Nachnamen wechselte und das Parteikomitee erwähnte, verstand ich, dass man mich mindestens in den Kosmos schicken wollte. Oder um dem Feind in den Rücken zu treten mit einer sehr geheimen Aufgabe vertraut machen wird. Man muss noch dazu sagen, dass ich damit sehr falsch lag.
„Was haben wir da auf der Nase?“ fragte mich nachdrücklich der Dekan.
„Der Studentenfrühling, Akylbek Saulebekovič,“ antwortete ich ihm, „wir bereiten uns vor, erneuern das Repertoire…“
„Ich rede von was anderem,“ unterbrach mich der Dekan, wackelte mit dem Kopf, schwieg vielsagend für einen Moment und legte dar: „Bald ist die Komsomol – Konferenz. Wir müssen einen Wettbewerb durchführen. Des politischen Liedes und Plakates.“
„Aber Akylbek Saulebekovič, wir zeigen Theater, Miniaturen. Mit Politik haben wir, glaube ich, nichts zu tun…“ begann ich mich zu rechtfertigen. „Vielleicht will jemand anderes es durchführen und wir bereiten eine satirische Szene vor. Über die Reichen…“
„Madeev, habe ich mich falsch ausgedrückt?“ Der Ton des Dekans verhieß nichts gutes. „Es gab die Entscheidung einen Wettbewerb des politischen Liedes und Plakates durchzuführen, mit der Einbeziehung unseres Studententheaters, und dieser Beschluss muss in die Tat umgesetzt werden. Und wir werden es umsetzen. Verstanden?“
„Verstanden,“ konnte ich geradeso antworten. „Wann soll die Aufführung statt finden?“
„In einer Woche,“ ließ mich Akylbek Saulebekovič wissen.
Ich ging zurück ins Auditorium, wo mich die besorgten Studenten erwarteten, ich spielte mit offenen Karten und legte die Situation dar. Die Reaktion war wie erwartet.
„Sind sie etwa verrückt geworden?“ antwortete Gena für alle. „Welcher Wettbewerb? Und dazu noch ein politischer!“
„Wir werden gar nichts machen!“ wurde er von den anderen unterstützt. „Haben die etwa ihre Deppen gefunden?“
Und ich zog mir die Maske des Dekans an und sagte, so ähnlich wie er, mit einer metallischen Stimme: „Ich habe es also richtig verstanden, dass niemand im Sommer auf das Theater-Festival in Almaty fahren will?“
Sofort trat Stille ein. Das war unser sehnlichster Wunsch, auf das Festival der studentischen Theater zu fahren und das nutzte ich nun verräterisch aus. Stille, begleitet von enttäuschtem Stöhnen, brachte mich auf den Gedanken, dass ich keinen schlechten Dekan abgeben würde.
„Es ist so,“ fuhr ich fort, „der Wettbewerb ist in einer Woche, und wir müssen uns sehr viel Mühe geben. Auf dem Wettbewerb wird die gesamte Führung vor Ort sein. Morgen früh bekomme ich eine Liste von Studenten anderer Fakultäten, und wir beginnen direkt nach dem Essen mit dem Proben.“
„Werden wir auch Plakate malen?“ betonte kritisch Sagan.
„Aha, wie Ostap Bender, der Sämann, der die Flugblätter herum wirft.“ fügte Darhan hinzu.
Alle wurden auf einmal laut, wetteiferten um Bissigkeit und Scharfsinn, und ich verstand, dass der Wettbewerb statt finden wird und sagte etwas weicher: „Es gibt bereits jemanden, der die Plakate malt, wir haben die Aufgabe, den Wettbewerb im Allgemeinen zu organisieren und irgendwie die Nummern aller Teilnehmenden szenisch miteinander zu verbinden.“
„Wir müssen uns ein direktes Thema ausdenken,“ schlug Gena vor, „um es besser zu verbinden. Zum Beispiel über die Befreiungsbewegung oder irgendetwas über die NATO.“
Da durchfuhr es mich.
„Eine Idee!“ schrie ich
Alle schauten auf mich.
„Ich habe eine klasse Idee! Welchen Monat haben wir “ stellte ich die rhetorische Frage und antwortete selbst: April! Das bedeutet was?“
„Was?“ fragte Jura mit Nachklang.
„Wir müssen…“ ich machte eine theatralische Pause und gab bekannt, „das Erscheinen Lenins auf dem finnischen Bahnhof inszenieren! So! Ich hab’s!“
Ich stellte so etwas ähnliches wie eine Skulptur dar, die ihren Arm in die Luft hält, ala Lenin, doch konnte damit keinen Enthusiasmus hervorrufen und auch nicht mit der von mir genannter Idee über die Inszenierung. Aber ich verlor nicht den Mut.
„Schaut, es ist ein politischer Wettbewerb, das heißt er ist ideologisch. Wir müssen alle Szenen irgendwie miteinander verbinden. NATO, Reagen und Bžezinskij gehen schon allen auf die Nerven. Wir brauchen etwas Positives! Stellt euch vor, April im Jahr 1917, Lenin kommt in Russland an und tritt auf dem finnischen Bahnhof auf. Auf dem Panzerwagen! Er hält eine Rede! Aprilthesen! Also…“
„Und wie sollen wir es mit den Szenen verbinden?“
„Ganz einfach! Wir inszenieren eine Szene mit der Ankunft Lenins auf den Bahnhof. Das ist doch der Beginn der Revolution! Klasse! Lenin klettert auf den Panzerwagen und beginnt eine Rede zu halten. Und seine Rede werden wir mit den Szenen unterbrechen, so nach dem Motto, dass die Worte Lenins sich direkt im Leben selbst verkörpern.“
Ich verstand natürlich, dass etwas Geniales nicht direkt angenommen wird, aber ich erwartete nicht, dass meine nahen Freunde so unbeeindruckt und dickhäutig waren, sie haben gar nicht reagiert, saßen nur da und schwiegen. Šuron schaute mich nicht einmal an und kritzelte irgendetwas. Ich hatte plötzlich die Vorahnung, dass sie gar nicht an den Sieg des Kommunismus auf der Erde glaubten.
„Also,“ begann ich vom Neuen, „Gibt es irgendwelche anderen Vorschläge?“
„Sei nicht sauer,“ Mišel‘ versuchte wie immer wie ein Friedensstifter dazustehen: „Die Idee ist gut, aber wie sollen wir sie umsetzen?“
Als ich am nächsten Tag eine Liste mit vorgeschlagenen Studenten des Wettbewerbs bekam, erkannte ich mit Schrecken, dass alles fehlgeschlagen war, keine einzige Szene passte zu dem von uns gestern erarbeiteten Szenarium. Lenin, so bin ich mir sicher, hätte seine revolutionären Absichten abgelehnt wenn er gesehen hätte auf welche Weise wir vorhaben, seine Rede zu illustrieren. Abgesehen davon, dass diese uneinheitlich waren, von Pantomime bis zum Quartett, so stand neben mancher Szenen die Aufschrift „Änderungen vorbehalten.“
Doch es war zu spät für einen Rückzug, und als in dem Hauptsaal der Fakultät um drei Uhr die zukünftigen Teilnehmer erschienen, war ich bereit auf irgend einen Panzerwagen zu klettern und zu irgendetwas Erleuchtendem aufzurufen. Es sah danach aus, dass meine Stimmung von allen dort Versammelten verstanden wurde und erst als ich in Kürze den Kernpunkt der Veranstaltung erklärte, ertönte zu meinem Erstaunen der Applaus.
Ich schaute siegessicher in die Richtung meiner Theater-Kollegen, doch ihre Gesichter waren düster und brannten nicht vor Enthusiasmus. Die Durchschau der Szene begann. Auf meine Belegschaft traute ich mich nicht einmal noch einmal hinzusehen. Die künstlerische Qualität der Lieder, der Gedichte und Tänze war mittelmäßig, aber noch schlimmer war, dass sie alle nicht mit der allgemeinen Idee über die Aprilthesen übereinstimmten. Am allermeisten erstaunte uns die Inszenierung des Liedes „We kill the world“, mehr oder weniger das einzige Antikriegslied der Gruppe „Boney M“. Drei Kerle in Frauenkleidern begleiteten es mit solchen Bewegungen, dass der vierte Teilnehmer, welcher Bobbi Farrell darstellte und auf der Bühne wie ein wilder Ziegenbock hüpfte, vor ihrem Hintergrund aussah wie ein unschuldiges Lamm. Und als am Ende des Liedes ein Kinderchor einstimmte mit den Worten „don’t kill the world,“ konnte man verstehen, dass der Wunsch der Kinder wahrscheinlich nicht erfüllt werden wird, weil zu diesem Zeitpunkt nur vier Teilnehmer als Ziegenböcke auf der Bühne sprangen. Am Ende des Stücks stellten sich die tanzenden Boneyemer in eine Reihe, holten irgendwo hinter dem Rücken Albumblätter heraus, jeder zwei und stellten diese vor sich auf. Auf den Blättern waren große Buchstaben abgebildet, die, so war die Losung, den Spruch „Friede der Welt!“darstellen sollten, jedoch tauchte, in voller Übereinstimmung mit dem zuvor apokalyptischen Geschehenen die Aufschrift „Die Welt ist tot!“ auf.
Ich erinnerte mich direkt an eine Phrase, von irgendeinem der Klassiker: „Die Menschheit wird nur von der Atombombe zerstört oder von der Laienkunst!“ Die Durchschau neigte sich dem Ende zu, ich fing bereits an nach Wegen für den Rückzug zu suchen, als auf die Bühne ein weiterer Darstellender auftauchte, der laut seine Nummer ankündigte: „Kommentar. Thusbal match. Ozerob“
Genauso sprach er es aus „Thusbal“ und „Ozerob.“ Wie viele Kasachen aus dem Aul, sprach er anstatt „F“ „P“ und anstatt „V“ „B“ aus. Hier eine Erklärung. Ich kniff die Augen zu, senkte den Kopf und stellte mir vor, welcher Schrecken jetzt folgen würde. Die Realität überbot alle Erwartungen. Nikolaj Ozerov konnte nicht in seinem schlimmsten Traum eine solche Interpretation der Fußballkommentare voraussehen. Wirklich, die Unverständlichkeit der Wörter wurde mit der Schnelligkeit kompensiert, mit einem aktiven Gestikulieren und einer wütenden Energie, auf welche die größten Fußballfanaten neidisch sein könnten. Ich wartete ab, bis das Kerlchen wieder „T-o-o-r“ rief, stand vom Stuhl auf, um seinen Auftritt zu unterbrechen, doch in diesem Augenblick klopfte Gena mir auf die Schulter und sagte:
„Hier hast du deinen Lenin.“
Und ich verstand sofort, dass er recht hatte. Die Sache ist die, dass gestern, während der Besprechung der Szene über die Ankunft Lenins auf dem finnischen Bahnhof, unser mit Mühe errungener Kompromiss, wegen der einfachen Frage, wer Lenin spielen soll, beinahe in Scherben zerbrochen war.
Zuerst sprach man mich darauf an, doch ich lehnte ab und ging damit d’accord, dass ich die Regisseurtätigkeit übernehme und darum keine Rolle auf der Bühne übernehmen konnte. Die anderen fanden auch alle einen Grund, um nicht Lenin spielen zu müssen. Sie alle verstanden, dass wenn, während der Aufführung, irgend etwas auf der Bühne geschieht, dann wird alles verziehen, bis auf die Diskreditierung des hellen Bildes des Führers des Weltproletariats. Im Endeffekt fanden wir einen Kompromiss – auf den Panzerwagen ein Portrait Lenins zu positionieren und seine Thesen durch ein Mikrofon verlauten zu lassen. Ich blickte aufmerksam auf „Ozerob,“ welcher weiter das nicht sichtbare Fußballspiel kommentierte und stellte mir vor, dass wenn man ihn bittet, all dies leise zu tun, ihn auf den Panzerwagen zu stellen und ihm eine Kappe anzuziehen, dann kommt vielleicht etwas Gutes raus. Ich nahm die Liste mit den Namen vom Tisch, las laut seinen Namen vor, hob dann die Hand und sagte „Stopp“ . Es schien als hätte man den Kerl ausgeschaltet, der Wörterstrom wurde unterbrochen, doch seine Augen brannten weiter und die Hände bewegten sich nach dem Trägheitsgesetz. Es war offensichtlich, dass wohl irgend jemand vor längerer Zeit, dem Kerl eher aus Spaß sagte, dass er Ozerov gut imitieren könnte, und ihn wahrscheinlich die Verwandten damit bekräftigten. Der Kerl glaubte daran und begann seine Solo-Karriere als Kommentator und Improvisationskünstler.
„Jerbol,“ sagte ich durchdringend, „eine schöne Szene hast du.“
Jerbol erstarrte. Er hat nicht an eine solche Wertschätzung gedacht aber als er sah, dass ich es ernst meinte, setzte er sich stolz gerade hin und genauso wie ich vor anderthalb Stunden, blickte er siegessicher über meinen Kopf hinweg, irgendwohin in den Saal. Ich verstand, dass es gerade jetzt wirklich angebracht wäre und klatschte in die Hände. Das ganze studentische Kollektiv unterstützte mich freundschaftlich.
Die Vorbereitung für den Wettbewerb verlief in einer sehr angespannten Atmosphäre. Wir übten jeden Tag und jeder Tag brachte eine Überraschung mit sich. Einige Teilnehmer schienen aus unbekannten Gründen aus, andere kamen erst im letzten Moment hinzu, und konnten sich nicht in mein grandioses Vorhaben hinein denken. Ich musste mich aus einem Regisseur in einen baltischen Matrosen verwandeln, um die Gelegenheit zu haben, mich immer auf der Szene zu befinden, im Sog der Ereignisse und Korrekturen mit einzubringen, so wie „Lenin“ und alle, die ihn trafen und darauf erpicht waren den Rahmen der Inszenierung zu überschreiten. Die anderen Teilnehmer, (stämovcy: студенческий театр эстрадных миниатюр) – Mitglieder des studentischen Theaters der Bühnenminiatüre, traten auf als Soldaten, Matrosen und Bauern und nahmen ebenso Schlüsselrollen auf der Szene ein. Unsere Lida trat als Krupskaja Nadežda Konstantinovna auf und wurde dem Lenin-Jerbol angeheftet, sie sollte immer in seiner Nähe sein und darauf achten, dass er nicht irgendetwas anstellte. Jerbol selbst badete buchstäblich im Licht des auf ihn plötzlich
herabgestürzten Ruhms, steuerte eine von ihm selbst tragbare Substanz zu seinem Charakter, versuchte es sogar uns Anweisungen zu geben.
Ich verstand den Grad der Verantwortung und musste mich an die Leitung des lokalen Dramentheaters Stanislavskij wenden. Wir versprachen diesem ein Stück zu spielen und bekamen im Gegenzug professionelle Kostüme. Und unser Freund, der Schauspieler Saša Osipov gab uns ein paar nützliche Tipps.
Irgendwann, als wir gerade am proben waren, schaute unser Dekan vorbei, blieb eine Zeitlang sitzen und rief mich mit einem Kopfnicken in den Flur.
„Sabyržan, ich habe eine gute Nachricht,“ Akylbek Saulebekovič fasste mich am Ellenbogen und wechselte in einen Flüsterton. „Ich wurde ins Parteikomitee gerufen, dort erzählte ich von deiner Idee mit den Aprilthesen. Die Idee kam gut an. Man nahm sie gut auf. Man hat entschieden, dass anstatt des Wettbewerbes einfach nur eine Galavorstellung statt finden wird, verknüpft mit unserer Konferenz, zur Ehre des Geburtstags von Lenin. Verstanden?“
„Nein,“ sagte ich ehrlich. „Und was ist mit dem Wettbewerb?“
„Der Wettbewerb findet nicht statt,“ der Dekan begann nervös zu werden. „Hast du etwa nicht verstanden? Wer soll denn mit Lenin wetteifern? Es werden einfach nur Szenen sein. Und eure Szene mit ihm und seiner Rede, soll am Ende aufgeführt werden. Wie ein finaler Punkt. Übrigens, es werden noch ein paar Szenen dazu kommen . Kriegslieder. Die Philologen bereiten sie extra vor.“
„Und was ist mit unseren Szenen?“
„Ihr habt sie doch schon vorbereitet?“
„Ja, fast.“
„Das ist gut. Sie bleiben auch. Also los, macht euch bereit. Lasst uns nicht im Stich.“
Unauffällig nahte der Tag des letzten Gerichts. Seit dem frühen Morgen waren alle am Zug. Auch so schon verwöhnten wir die Vorlesungen nur selten mit unserer Anwesenheit, aber heute wurden wir offiziell von den Seminaren befreit. Nach dem Befehl des Dekans zogen wir schon Mittags die entsprechenden Kostüme an und schufen damit eine feierlich-revolutionäre Atmosphäre. Diejenigen, die schwache Nerven hatten, liefen vor mir weg – als ich unerwartet im Kostüm eines Matrosen mit einem geladenen Maschinengewehr hervor trat.
Innerhalb einer Woche verbreiteten sich Gerüchte über irgendeine außergewöhnliche Inszenierung des studentischen Theaters an der ganzen Uni aus und unser Proberaum war bereits gefüllt, bevor die Aufführung statt fand.
Aufdringlich versuchten unsere Leute Plätze in der ersten Reihe zu ergattern, die eigentlich für die Leitung vorgesehen waren. In den benachbarten Auditorien wurde geprobt, die Instrumente gestimmt, die Kostüme vorbereitet, die Requisiten zurecht gelegt.
In den Räumen nebst des Proberaums wurden die Bilder von Zugwaggons, auf denen Vladimir Il’ič Lenin mit seiner Begleitung ankommen sollte, fertiggestellt. Dann entschied irgendjemand von uns im letzten Augenblick, dass die Ankunft der leninschen Garde auf dem Bahnhof, ohne Zug, irgendwie verfälschend wirken wird, und so begannen wir einen Zug zu basteln. Hätten wir bloß gewusst, welches Ende es nimmt…
Und nun, mit einer Verspätung von einer halben Stunde, erklangen die feierlichen Fanfaren und auf die Bühne trat Akylbek Saulebakovič. In seiner Manteltasche steckte eine Nelke, die er ständig zurecht rückte, doch das störte ihn nicht, kurz und leidenschaftlich alle mit dem sich nähernden Geburtstag von Vladimir Il’ič Lenin zu gratulieren, und er leitete dann den Beginn der Vorführung ein.
Es erklang die entsprechende Musik, hinter den Kulissen informierte Ženja alle mit der Stimme eines Leviatans, dass heute, am 16 April des Jahres 1917 in Petrograd die Ankunft des aus der Emigration zurückgekehrten Führers der Partei der Bolschewiken und seiner Genossen erwartet wird. Der Saal reagierte mit einem überschwänglichen Applaus.
Auf der Szene erschien Larisa in der Gestalt einer Komsomolzin der 20er Jahre und teilte mit, dass in Erwartung des Zuges, ein feierliches Konzert statt finden wird. Die Sache war die, dass die Szenen, die uns zugewiesen wurden, nicht dem entsprachen, was wir einstudiert haben, deswegen wurde die Entscheidung getroffen, diese in einem musikalischen Auftakt zur Gesamtaufführung vorzustellen. Im Saal sprach sich niemand dagegen aus und Larisa kündigte die erste Szene an. Insgesamt waren es acht Szenen. Dies waren in erster Linie Lieder und Gedichte. Zu diesem Zeitpunkt des Abends wurden noch keine Überraschungen erwartet. Deswegen haben wir, sowohl die Ankommenden, als auch die Aufwartenden, uns gegenseitig aufgemuntert und verteilten uns auf die Ausgangspositionen. Ich stand rechts hinter den Kulissen und konnte alle Teilnehmer gut sehen. Der Zug aus Karton beunruhigte mich etwas, aber es war schon zu spät, um etwas zu verbessern, daher drehte ich mich um und begann den Kerl anzuschauen, welcher in der Ecke leise seine Gitarre einspielte und sich auf die Aufführung vorbereitete. Larisa ging zu ihm und sagte, dass er dran wäre. Der Kerl sprang auf, warf sich den Gitarrengurt über die Schulter und kam auf mich zu.
„Mach dir keine Sorgen, alles wird gut,“ flüsterte ich ihm zu als ich sah, dass er, kaum bemerkbar, jedoch zitterte. Er nickte. Larisa dreht sich zu ihm und fragte:
„Was wirst du aufführen?“
„Ein Lied. Eine Ballade über den Vater (Vater heißt auf russisch „Otec, dies klingt im Russischen wie a-b-c“) antwortete der Kerl.
„Ein Dreieck etwa?“ wunderte sich Larisa. .
„Warum Dreieck?“ wunderte sich der Kerl. „Ein Kriegslied. Ich habe es selbst geschrieben. Eine Ballade über den Vater.“
„Soll ich das genau so ankündigen?“
„Kündige das so an.“
„Gut, „sagte Larisa, ging zum Mikrofon und kündigte feierlich, mit einer gestellten, schauspielerischen Stimme die nächste Aufführung an. „Nun wird ein Student des zweiten Semesters der philologischen Fakultät, Timkin Vasilij, ein poetisches Lied vortragen „Ballade A-B-C!“
„Nicht A-B-C, sondern über den Vater!“
Aber es war zu spät. Larisa ging graziös an ihm vorbei und stieß heraus:
„Leg los! Was stehst du da?!“
Der blass gewordene Vasja schlenderte zum Mikrofon und murmelte mit einer etwas beschämten Stimme:
„Nicht A-B-C, sondern über den Vater.“
Der Saal schwieg, Vasja versuchte noch einmal richtig zu stellen:
„Die Ballade heißt nicht A-B-C, sondern über den Vater. Über den Vater. Über Papa. Keine Dreiecke.“
Der Saal war begeistert.
Sogar Akylbek Saulebekovič lachte. Die Anspannung, die uns mit eisernen Handschuhen festhielt, war wie verflogen, wir mussten alle laut lachen und versuchten uns dabei den Mund zu zuhalten! Nur Larisa und Wasilij lachten nicht.
Wasja befand sich in einem halb-ohnmächtigen Zustand, wartete das Ende der Begeisterung ab und begann zu singen. Er hätte besser direkt gehen sollen! Denn das Lied, wie die Ironie so spielt, begann mit den Worten „Ich singe euch über den Vater“, dieses „über den Vater,“ wiederholte sich immer wieder und rief einen homerischen Lachanfall im Publikum hervor.
Das letzte Lied klang aus.
Ženja kündigte mit einem samtenen Bariton an, dass Lenin und seine Genossen auf den finnischen Bahnhof eintreffen. Das Phonogramm spielte das Geräusch eines sich nähernden Zuges, unsere Leute sprangen alle auf die Bühne, schwangen mit den Gewehren und riefen Volksparolen zu. Ich winkte mit der Hand und…
Zusammen- und auseinanderziehend, durch das uneinheitliche Gehen der Lenincer, die sich hinter den Wagen versteckten und die Besetzung sicher stellten, bewegte sich
das Kartonkonstrukt aus drei Zugwaggons und der Lokomotive langsam von der linken Kulissenseite auf die Bühne. Der Saal empfing den Zug mit einem stürmischen Applaus. In diesem Moment, wohl entschieden, dass es unangebracht wäre, die Zuschauer auf dem Halt des ganzen Zuges warten zu lassen, öffneten sich im mittleren Waggon plötzlich die Fensterläden des zugeschnittenen Fensters und – heraus schaute: ein glückliches Gesicht von Lenin-Jerbol. Das war seine Sternstunde – er winkte mit der Kappe und lehnte sich mit dem gesamten Oberkörper bis zur Taille aus dem Karton-Fenster heraus, wobei er es vollkommen zerknickte, und rief: „Es lebe die Welt-Revolution!“ In den Waggon zurück drängen – den Führer des Weltproletariats – war nicht nun unmöglich und alle, die auf der Bühne standen, begannen zu schreien und zu klatschen. Zu meiner Verwunderung sprangen viele im Saal von ihren Sitzplätzen auf, unterstützten unseren Applaus und riefen uns Losungen zu! Der Dekan drehte sich um, lächelte, stand dann auf und begann zu klatschen. Sogleich folgte ihm der ganze Saal!
In diesem Moment verstanden unsere Leute, die sich hinter der Lokomotive befanden und die, die im Zuschauersaal beginnende Revolution nicht mitbekamen, den verstärkten Geräuschpegel als ein Signal zum Anhalten. Der Zug, welcher nur die Hälfte der Strecke zurück gelegt hat, hielt plötzlich an. Zugleich aber fuhren die Mitstreiter Lenins mit der Bewegung fort und der Zug nahm die Form eines Akkordeons an. Zudem fiel Lenin-Jerbol praktisch schon aus dem Fenster. Um eine Katastrophe zu vermeiden, blitzten wir, die aufwartenden Soldaten und Matrosen, zum Waggon und zogen, entgegen der historischen Wahrheit, den Führer aus dem Fenster heraus. Jerbol war nicht mehr er selbst, schrieb sich den stürmischen Ausbruch der Liebe des Volkes zu Lenin zu, und entschloss sich die Situation in vollstem Maße auszunutzen. Ohne lange nachzudenken, stieg er auf die Schultern der Soldaten, die ihn herausgezogen haben, und übertönte den Saal: „To-o-r!!!“ Die revolutionär gestimmten Studenten im Saal ließen sich von einer solchen Interpretation der Aprilthesen nicht verunsichern und donnerten ihm entgegen: „Huraa-a!“ Als ich verstand, dass Lenin wieder irgendetwas über den Spartak oder den ZCKA (Fussballvereine) ausrufen könnte, musste ich auf die Vorbühne treten und mit einer kreischenden Stimme los schreien: „Gegrüßt sei Vladimir Il’ič Lenin! Hurra Genossen!“ Unter dem schallenden „Hurra“, rief ich den Soldaten, die Jerbol auf den Händen hielten, zu, dass sie diesen zum Panzerwagen tragen sollten. Und dann hielten die bis zum Anschlag zusammengepressten Waggons nicht mehr Stand und krachten aufs Parket. Zugleich stürzten auch die vielen Genossen Lenins, die es nicht rechtzeitig schafften, den Zug durch die Kartontüren zu verlassen. Was im Saal geschah, kann man nicht beschreiben! Das emotionale Pendel schwang um, und die Masse der Studenten brach in Lachen über die in den Waggons zappelnden Bolschewiken aus. Die Soldaten, welche vom Führer des Proletariats und von mir angetrieben wurden, stürmten in alle Richtungen und suchten nach dem Panzerwagen, den man in all der Hektik vergessen hatte auf die Bühne zu bringen. Am aller besten in dieser Situation fühlte sich – Jerbol. Caesar gleich, begrüßte er seine „Untergebenen“, immerzu etwas über die Revolution und die Bourgeoisie ausrufend, warf er, während man ihn herumtrug, seine Kappe in den Saal, riss einem der Matrosen die Schirmmütze vom Kopf und warf diese ebenfalls seinen Bewunderern zu. Die Rettung kam in Gestalt Lidas Krupskajas, die wie durch ein Wunder nicht umfiel als der Zug einstürzte, sie erblickte ihren Gatten nicht auf dem Panzerwagen, sondern in den Händen der Soldaten, verstand sofort, dass die Situation gerettet werden muss und rannte mit dem Ausruf „Hier ist der Panzerwagen!“ zur Lokomotive, die noch auf der Bühne stand. Ich schrie zum hundertsten Mal „Hurra, Genossen!“ und schob die Soldaten und Jerbol Richtung Zug an.
Unerwartet sprang wieder das Phonogramm mit dem Geräusch eines Zuges an und die Verantwortlich, im völligen Ausnahmezustand, begannen diesen hinter die Kulisse zu schieben. Das war ein Bild! Ein zur Seite wegfahrender Zug , ein sich am Schornstein der Lokomotive festklemmender Lenin, eine Richtung Zug eilende Krupskaja, die Soldaten, die zugleich versuchten den Anführer festzuhalten, halb liegende, halb sitzende Bolschewiken, die herum-rennenden Matrosen und ich, mitten im Zentrum dieser kosmischen Phantasmagorie – fuchtelnd mit einem hölzernen Mauzer.
Im selben Moment, als der Zug endlich zum Stillstand gebracht werden konnte, und Lenin-Jerbol sich hinter ihm positionierte konnte, immer noch fest gehalten von den selben unglücklichen Soldaten, tauchte auf der Bühne endlich der Panzerwagen auf. Jerbol nahm bereits eine leninsche Haltung ein und streckte den einen Arm nach oben, als er die Konstruktion erblickte, auf der er bereits eine ganze Woche seine Rede ausarbeitete. Er schwankte in deren Richtung. Die Soldaten, welche das Erscheinen des Panzerwagens nicht bemerkten, beschlossen, dass der Anführer das Gleichgewicht verlor, zogen ihn zur anderen Seite – Lenin riss den Schornstein ab.
Der Saal stöhnte. Die Menschen hatten keine Kraft mehr zum Lachen. Vor allem riss der Schornstein so ab, dass man der Eindruck hatte, dass der Totengräber des Kapitalismus in seinen Händen anstatt einer proletarischen Kappe, einen bourgeoisen Zylinder hält. Es dämmerte mir, dass mir der Ausschluss aus der Universität drohte, wenn nicht sogar eine Gefängnisstrafe, dann gestikulierte ich den Panzerwagen hinter die Kulissen, nahm Lenin den Schornstein weg, hob die Hand mit dem Mauzer und ging auf die Vorbühne.
„Ruhig, Genossen!“ schrie ich so überzeugend wie möglich. „Feinde der Revolution wollten Lenins Rückkehr nach Petrograd sabotieren, doch sie schlugen fehl!
Und um dies zu untermauern, zerbrach ich mit einer schnellen Bewegung den Horn-Zylinder an meinem Knie. Ich schmiss die Kartonhälften auf den Boden, durchbohrte den Saal mit einem düsteren Blick und drohte erneut mit dem Mauzer. Zu meiner Freude, wenn auch durchsetzt, unterstützte mich das Publikum mit einem Applaus.. Akylbek Saulebekovič saß in der Mitte der ersten Reihe, wischte sich seine Augen mit einem Tuch ab und nickte zustimmend.
„Wir sind revolutionäre Soldaten und Matrosen,“ fuhr ich entschieden fort. „Wir werden es den verdammten Kapitalisten nicht erlauben den Brand der Weltrevolution zu erlöschen!“
Ich zog die Zeit extra hinaus, um erstens, den Saal zu beruhigen, und zweitens, weil ich (mit absoluter Sicherheit) davon ausging, dass die durch solche Ausnahmesituationen abgehärteten Studenten, die revolutionären Soldaten, Matrosen und benommenen Bolschewiken in Übereinstimmung mit den sich verändernden Umständen, wieder aufgestellt haben. Man musste ihnen etwas mehr Zeit geben; ich meißelte mit unsichtbaren Nägeln mit meiner Faust:
„Le-nin lebte! Le-nin lebt!“
Meine Worte erklangen dermaßen gewichtig, und ich schaute so fesselnd in den Saal, dass während meiner Pause, die ich absichtlich in die Länge zog, entschieden wurde, dass ich den wahrhaftigen Lenin inmitten der Anwesenden entdeckt habe, und begannen nach ihm Ausschau zu halten. Ich ging nach vorne und rief laut:
„Lenin wird (immer) leben!“
Der Saal applaudierte, ich hob wieder den Arm mit dem Mauser und kam zum Entscheidenden:
„Und nun Genossen,“ eiferte ich pompös, „wird Vladimir Il’ič Lenin uns seine berühmten Aprilthesen vortragen!“
Ich drehte mich um, Tränen schossen in meine Augen – alles war so, wie ich es erwartet habe. Lenin in einer entsprechenden Pose auf dem Panzerwagen, Krupskaja – gleich neben ihm, die Antreffenden und Aufwartenden mit auf den Anführer des Weltproletariats gerichteten Blicken – um ihn herum.
In einem schwergewichtigen Schritt ging ich zurück an meinem Platz an der rechten Seite der Kulissen und nickte dem Tontechniker zu. Er nickte auch mir zu und drückte auf den Knopf des Mikrofons.
Das Unglück kommt niemals allein.
Aus allen Dynamos prallte das Lied „Der Vogel des Glücks,“ auf den Saal herab, welches für die finale Aufführung vorgesehen war.
Die Teilnehmer aller Einzelszenen entschieden, dass es so geplant war, rissen sich von ihren Plätzen los, schnappten sich ihre Requisiten und stürmten auf die Bühne. Die Zuschauer, vollkommen schockiert von solch einer Lesung des leninschen Erbens, begrüßten, nichts desto trotz, die Teilnehmer mit einem stürmischen Applaus, und alles wäre nur halb so schlimm, aber wir unterschätzten die magischer Kraft der Kunst.
Es überstieg Jerbols Kräfte, nach dem soeben erfahrenen Triumph, alleine auf der Bühne zu stehen und pantomimisch den Mund zu bewegen. Er zog bei einem neben ihm stehenden Soldaten das Gewehr heraus, sprang vom Panzerwagen herunter und
wurde zum Vorsteher des abendlichen Aufmarsches!
„Bähl mich, bähl mich, Pogel des flücks des morfigen Tafes!“ schrie Jerbol feierlich und versuchte mit seiner Stimme den Gnatjuk zu übertönen.
Hüpfend begann er auf der Bühne Kreise zu formen und lud alle Zuschauer dazu auf, sich ihm anzuschließen, aber schon beim nächsten Sprung rutschte er aus, stolperte über die Kartonresten des Schornsteins und fiel mit aller Wucht mit den Füßen nach oben auf den Rücken. Und folglich, entsprechend dem natürlichen Gesetz der Trägheit , folgte die gesamte marschierende, revolutionäre Menge auf ihn drauf und irgendein Plakat landete mit einem großen Krach auf den Kopf von Jerbol-Lenin. Er begann etwas zu schreien, versuchte aufzustehen aber niemand hörte ihn – die modernisierte Variante der Aprilthesen schaffte es in einem Zug eine neue Generation von Komsomolzen auf die Barrikaden zu stemmen, die entschlossen in die Zukunft blicken.
Der Vogel des Glücks des morgigen Tages kam herab geflogen und verzauberte mit seinen Flügeln.
Ich verstehe bis heute nicht, warum man unser Theater nicht auseinander jagte?!