Der Asch. Von Alina Sh. Ein Theaterstück

In fünf Akten, die Oper nach einer altgriechischen Tragödie, war berlibr?

Die Hauptheldin, vierzig Jahre, junonisch

Die weiteren Rollen Chor – Polyphonie, die Stimmen folgen aufeinander,  jeder Satz – drei Männer und zwei Frauen 30-40 Jahre.

Chor: Er wurde, Gott sei  es gedankt, im Sommer in einem Kinderheim geboren. Er wurde abgetrocknet und nicht im Abfalleimer ertränkt. Es ist warm, trocken. So lag er da, still-friedlich auf dem Boden des allerliebsten  Aluminium – Asches. Man sagt, die erste Liebe vergisst man nicht. Und der Asch ist nicht nur der erste, sondern der einzige.

Zwei Tantchen blicken in den Asch

Tantchen 1: (etwas Ältere, aus dem Chor): Er atmet…vielleicht in die Druckkammer.

Tantchen 2: (jung): Welcher Zeitpunkt?

Tantchen 1: 27.28 Wochen

Tantchen 2: Und das Gewicht?

Tantchen 1: 850

Tantchen 2: Er ist winzig. Er wird es nicht überleben.

Chor: In den Asch mit der Aufschrift in roter Farbe „Ruhepausen“ 

Das Licht auf die Hauptheldin

Hauptheldin: Mir träumte es.

Chor: Das Resultat des screening-tests kam per Email in der Mitte des Tages. DS: Eine hohe Wahrscheinlichkeit des Down-Syndroms. Empfehlungen: Dringend einen zweiten Ultraschall machen zu lasen. Die Wiederholung auf der Sevastopolskaja,  gutachterlich bei dem Professor.

Die erste Freundin (eine etwas Ältere im Chor): Haube, Bettlaken, Krankenhaushemd. Die Verpackung der Überzieher halte im Stauraum. Wasser ohne Kohlensäure. Antibakterielles Gel, feuchte  Tücher – dann wenn man keine Möglichkeit hat, die Hände zu waschen. Trage das für alle Fälle bei dir in der Tüte, um nicht in Schlangen zu stehen.

Chor: Die sparsame Lejla hat vorgesorgt.

Freundin 1: Wenn du magst, fahre ich mit dir?

Hauptheldin: Nein, nicht notwendig

Chor: In der Krankenstation wünscht man keine, die stören.

Die Hauptheldin setzt sich an den Tisch.

Professor 1 (alt)In unserem Alter wächst die Möglichkeit für eine Pathologie.

Hauptheldin: Down-Syndrom? Sind sie sicher?

Professor 1: 80 % in der Risikogruppe. Das Down-Syndrom ist an sich nicht so schlimm. Es wird begleitet von der Pathologie des Herz-Kreislaufsystems, des Magen-Darm-Traktes, des ganzen Organismus. Ich sehe einen Fehler im Herzen, genauer können wir es in der zwanzigsten Woche bestimmen.

Die Hauptheldin: Was soll ich machen?

Professor: Sie müssen selbst entscheiden, ob sie die Schwangerschaft unterbrechen oder das Kind austragen.

Hauptheldin: Was ist es?

Professor 1: Mädchen

Hauptheldin: Im ZPS war man freundlich zu den Klienten, doch das Wort „Fötus“ wühlte

auf .

Chor: Es wühlte ständig auf. Man hat mir gesagt, ich solle nicht warten. Sie wusste, dass sie schwanger war bereits in den ersten Tagen.

Hauptheldin: Eine leichte Übelkeit am Morgen.

Chor: Das Springen des Bluthochdruckes und Kopfschmerzen.

Hauptheldin: Die ständige Übelkeit vierzig bis sechzig Mal am Tag, gastronomische Gelüste.

Chor: Sie hat sogar den Hering gefressen, richtig gefressen – eine Woche lang, denn normalerweise ist sie kein Fisch und keine Meeresfrüchte. Und das aller unerträglichste…

Hauptheldin: Die Angst vor dem Tod.

Chor: Irgend ein Irrationaler, immer von Anfällen befallen. Im Aufzug, im Dunkeln, auf der Treppe. Sie konnte nicht auf den Balkon raus gehen, gehen auf den gläsernen, Gumovski Anfahrten, in die U-bahn herunter steigend, mit dem Flugzeug fliegend. Es ist einfacher zu sagen, was sie konnte. Antidepressiva schlucken..

Hauptheldin: Und als das Klofelin alle war, fand sie Arsavin.

Die Hauptheldin steht auf.

Professor2 (jung): Der Hypothalamus  ist unartig. Drei Seancen reichen aus.

Chor: Drei Seancen haben sich in sieben mal drei verwandelt.

Hauptheldin: Am diesem Tag ist alles gut und auch am nächsten Morgen lässt es sich aushalten. Doch am nächsten: Guten Morgen Klo.“

Chor: Im Kopfschrie eine Zarenglocke, die Schmerzlindernden halfen nicht.  

Hauptheldin: Guten Tag.

Professor 2: Guten Tag.

Chor: Blass-grau-grün

Professor 2: Steiger, kommen Sie herein.

Chor: Er hat ihn, nicht auf die Reihenfolge wartend, aufgenommen.

Professor 2: Entspannen Sie sich.

Chor: Die Halswirbel knackten.

Professor 2: Auf den Rücken

Chor: Brrr, Nadeln. Zwanzig Minuten.

Hauptheldin: Wann das nächste Mal?

Professoer 2: Je nach Zustand

Chor: Ein Down-Kind – nichts Schlimmes!

Hauptheldin: Ich meine, ich habe ein Test gemacht wegen des Down-Syndroms beim 45 oder 49 Mal.

Chor: Machen Sie sich keine Sorgen.. Frieren Sie die Eizellen ein. Machen Sie eine künstliche Befruchtung, redaktionieren Sie das Genom, in England oder Deutschland hat eine 65-Jaährige ein Kind ausgetragen. Sie werden gesunde Kinder haben, mit einem Kind, das eine Behinderung hat, ist es schwer. Das Wichtigste ist nicht aufgeben.

Der Ehemann (Stimme des Professor 1): Ihr Herzchen ist schon am klopfen, und die Fingerchen und Zehenchen  – alle zwanzig, und die Augen, sie liebt und und erkennt uns schon.

Hauptheldin: Tolik wünschte sich ein Mädchen.

Chor: Ich wurde jeden Tag aus dem CPS angerufen , nahm aber den Hörer nicht ab. Auf die Arbeit, auf die Nadeln, Kerzen für die heilige Matrone. Tolik versuchte mich die ganze Zeit zu überreden, uns taufen zu lassen und zu heiraten. Ich stimmte zu, um ihn zu beruhigen. Vater Pavel begoss sie aus dem Taufbecken. Von dem Hemd entwich Dampf.

Paten wurden ihnen im Tempel zugewiesen. Das Kreuz und den Weihrauch kaufte sie selbst.

Hauptheldin: Die Ablehnung ist die erste Stufe des Leides, eine Stufe tiefer steht die Bosheit, die Dritte ist Selbstbetrug.

Chor: Sie wurde sofort demütig. Wobei ist Demut nicht die höchste Stufe von Stolz? Sie glaubte nicht an Gott, sie glaubte den Ärzten, doch es ist sogar schwer zu beschließen die alte, zahnlose Katze, einzuschläfern. Und du mit deiner...

Hauotheldin: Langersehnte, hat sogar geheiratet, um in einer großen Familie zu gebären. Keine zwanzigste Rippe, der Arm an der Schulter, ohne diesen wirst du dich anpassen, kannst leben. Als Mensch mit Behinderung.

Chor: Das aller unschädlichste, was eine schwangere Frau riskiert im Krankenzimmer ist eine vorzeitige Geburt.

Hauptheldin: Ich habe gestern in Foren für Mamas gelesen.

Chor:  Eine Tablette und in der 29-30 Woche werden plötzlich die Flüssigkeiten austreten, ein vorzeitiger Kaiserschnitt, der Fötus  wiegt ca. ein Kilogramm und muss drei bis vier Wochen in einer Kammer liegen, für eine zusätzliche Bezahlung. Du wirst einfach nur aufgeschnitten. Und du wirst niemanden mehr gebären können. Zwei Abtreibungen zu verschiedene Zeitpunkten. Ein genesener Autoimmun-Treodit. Wie auch immer diese Schwangerschaft zu Ende geht – die Verschärfung des AIT, Klimakterium.

Ein Brief vom CPS mit einer Ankündigung

Hauptheldin: Die mütterliche/kindliche Sterblichkeit/ärztliche Fehler. Eine Million

Hinweise. Die ganze Garnitur, geboren wurden vollwertige Kinder. Zwei Ereignisse. Zwei Wunder. Statistischer Fehler.

Chor: Zahlen und Fakten des Optimismus wurden nicht suggeriert.

Hauptheldin: Die Mehrheit der Kinder mit Behinderung werden von einsamen Müttern erzogen. Ein Mensch mit einem Down-Syndrom lebt ca. 25 Jahre.

Chor: Die ganze Schwangerschaft wurde etwas bestrichen. Im dritten Trimester begann es stärker und häufiger zu streichen. Sie gab Blut ab um die Schilddrüsenfunktion zu untersuchen. Dringend zur Aufbewahrung!- Endokrinologe. Nur wohin? Die Privathändler wimmelten ab. Mit einer solchen Diagnose! – Die Empörung geht einher mit Vorahnung.

Hauptheldin: Dorthin! Fahrt dorthin! Auf drei und fünf Buchstaben. Niemand wird so etwas aufbewahren, wozu sollen sie die Sterberate in einer Heilanstalt erhöhen? Man führt mit dir sogar eine Abtreibung durch an einem speziellen Platz: In der Infekt-Abteilung auf dem Sokolin-Berg.

Dahin geht es ohne Versicherungsschein, Penner, Alkoholiker, Drogendealer und Gastarbeiter. Dort ist Hepatitis oder HIV wie ein Schnupfen. Zu einem späteren Zeitpunkt eine Straftat, ein Troll mit dem  Asch, im  Asch ein toter Säugling. Relativ groß.

Hauptheldin: Ich beschließe nicht, eine Abtreibung zu machen. Ich bin in Gefahr. Und zum Aufbewahren wollen sie es nicht nehmen.

Chor:  Mit einer solchen Diagnose machen sie es richtig. Das ist eine Sünde. Ein Kind soll solange leben, wie Gott es bestimmt. Man hätte vorher überlegen müssen.

Hauptheldin: Es gibt mehr Trolle als Mütter.

Chor: Sonst gebären sie kurz vor der Pensionierung und suchen nach den Schuldigem. Worüber hast du früher nachgedacht, Ziege? Kinder, Küche, Kirche. Man sollte dich reinigen ohne Anästhesie 

Hauptheldin: Ein sehr dicker Troll.

Chor: Du heulst und verstehst dann, ein Tier, welche  Schmerzen das ungeborene Kind hat, rot, wie Kandiszucker, ein Säugling, die Unterschrift: Er starb unter schrecklichen Qualen 24 Stunden. Stirb, du Schlampe damit dich auf dieser Welt die ISIS zerstört. In der Konsultation über den Wohnort schlug man eine einzige Entscheidung vor: Dringend, solange der Fötus weniger wiegt als 500 Gramm. Der Gynäkologe, eine  zum Stehen kommende Kastanie , hat vorzeitig gewarnt. Eine medizinische staatliche Versicherung steht Ihnen nicht zu. Die Heilung und Operation Ihres behinderten Kindes werden sie selbst bezahlen, weil sie wussten, dass er mit einer Behinderung zur Welt kommt und nicht einverstanden waren, die Schwangerschaft abzubrechen.

Hauptheldin: Ich schrieb einen Belegschein: ich werde ihn aus dem Krankenhaus mitnehmen.

Chor: Sie schwören alles zu machen, wenn sie aber erst hinschauen…

Hauptheldin:  Das Gehirn der Schwangeren trocknet aus.

Chor: Im Kopf reifte ein dicker, genialer Furunkel.

Hauptheldin: … auf der Straße hinfallen mit den Sachen und Docks, überreden, abkaufen, den Krankenwagen als Geisel nehmen, damit diese uns in das medizinische Zentrum Kulakovs einweist.

Freundin 2: Mensch, fahr eine Karre in das Ministerium und warne sie, dass du dich bei Putin beschweren wirst, in der Liveübertragung.

Hauptheldin: Sie zwingen  mich dazu, Ihnen eine Mahnung zu schreiben!

II

Chor: In der 30-ten Woche wurde sie in die Pathologie-Abteilung gelegt. Der routinemäßige Konzil bestätigte die Diagnose.  

Hauptheldin: Tolik, bringe mir ein Nachthemd und kaufe Ginipral und Mikrolaks, 12 Mikro-Einläufe.

Chor: Das Ginipral wurde alle drei Stunden eingeflößt, das Fieber stieg, Herzrasen.

Hauptheldin: sie konnte nicht schlafen.

Chor: Das Veroponil wurde abgesetzt. Bettzeiten. Tropf, Spritzen, Tabletten, das Schiff. Der Milchbrei im Krankenhaus mit einer bläulichen Farbe. Die SMS von Lejla: „Was soll ich kochen?“

Hauptheldin: „Was du magst.“

Chor: Tropfe, Spritzen, Tabletten, Mittag, das Schiff. Ein Mitbringsel Lejlas mit einer Thermoskanne, Menagen und einem beschrifteten Zettel.

Freundin 1: Tolik fragt, wann er dich besuchen kann.

Chor:  Tropfe , Spritzen , Tabletten, Abendbrot, Schiff. Trinkgeld für die Sanitäterinnen und die Krankenschwestern. Für die Nacht der Tropf. Eine Woche. Direkt vor der Entlassung wurde der Darm von einer Kneifzange gedrückt, man drehte diesen und faltete ihn nach Außen.

Hauptheldin: Ein eisernes Krokodil hat die Sonne verschluckt.

Chor: Die Flüssigkeiten sind zurück getreten. Schnell in die Reanimation! — von Weitem. Ein Mann, wohin gehen Sie? Man darf hier nicht weiter. Tolik hielt sich an der Tür zur Reanimation auf.

Hauptheldin: Ich spüre meine Beine nicht, die Lampen verschwimmen, verflossenzu einer. 

Chor: Sie wird in den Permafrost gebracht, im Mund, in der Nase, in den Lungen – überall das frostige Bröckelige.

Hauptheldin:  Sie ist die Ceres des wüsten Polar-Archipels, eine eisige Ceres im Asteroid-Gürtel aus Eis.

Chor: Der arterielle Druck sinkt. Bi-i-i-i-i-i-i-i-i-i-i-i-ip, es blieb hängen.

Hauptheldin: Die zweite Abtreibung …

Chor:…er war zu einem anderen Zeitpunkt…

Hauptheldin: Es gab fast keine Geburtswehen. Dafür gab es viel Blut, das Kind wurde in Stücken heraus geholt, es schwamm im Blut, wie Fleisch in einer flüssigen Tomatensauce. 

Chor: Man spritzte ihr eine lokale Betäubung, sie hat alles gesehen. Ist es Ihr Mann?

Hauptheldin: Ja.

Chor: Der erste Ehemann stand daneben und hat alles gesehen. Nehmen Sie sie und bringen Sie sie aufs Zimmer, er versuchte sie hoch zu heben. Ein plumper Botaniker mit einer eingesunkenen Brust. Ich bin mitleidig, und gar nicht jung.

Hauptheldin: Ich mache es selbst. Das Zimmer begann sich zu drehen.

Chor: Sie schafft es nicht. Sie hat zwei Liter Blut verloren.

Hauptheldin: Selbst.

Die Leinwand erlosch.

Chor: Die Ärztin mit bösen, dunklen Augen und der hohe, locken – köpfige Stationsarzt tranken Tee und aßen dazu die Schokolade „Alenka“. Über ihnen auf dem Seil hingen gelbe Plastikhandschuhe. Leg dich hin, du vierzehnte um drei Uhr nachts. Die Beine auf Abstützen. Das Verbrechen? Der Expander  ist fast ganz rostig. 

Hauptheldin:  Der Abort.

Chor: Wie viele Wochen. 

Hauptheldin:  20–22.

Chor: Die Öffnung drei cm. Zwei Würfel Lidocain. Frau Mendel‘ zog sich die Handschuhe an, steckte eine Nadel in den Gebärmutterhals, nahm die aller größte Kürette, genau so alt und schrecklich, wie ein Expander.  Es schien als ob sie durch die Gebärmutter die Wirbelsäule  kritzeltund auf irgendetwas im Inneren drückt, abbricht und knarrt und knirscht. Dem Ehemann hat man nicht erlaubt, über Nacht da zu bleiben, nicht einmal im Flur. Sorgen Sie sich nicht, es wird alles gut. Ich werde sie beobachten. Die Heizungen geben kaum Wärme ab, der Assistenzarzt fand eine zweite Decke. Benötigen Sie mehr Flüssigkeit?Tee?

Hauptheldin:  Mit de exotischen Geschmack eines netten Besens. Danke, lieber Wasser.

Komm etwas früher. Ich halte es hier nicht länger aus, werde ein wenig schlafen. Kräfte sammeln.

Chor: Wenn Sie irgendetwas brauchen, rufen Sie an, seien Sie nicht schüchtern. Ein Bettpfanne Wasser. Ich habe Dienst auf dem Flur, ich heiße Gleb. Wenn ich es nicht höre, klopfen Sie mit der Tasse auf die Heizung. Dann werde ich sofort wach. Er brachte eine Handvoll Barbarzitzen mit und  ein Gematogen. Sie hat es sogar geschafft auf der klumpigen Matratze ein zu schlafen. Die zwei Decken störten sie, es war feucht und war,   

ESR, ROE morgen. Die Entlassung habe ich gestern vorbereitet, die Sachen werde ich abgeben, wenn die Schwester-Herrin sich befreit. Ablehnung von einem weiteren Krankenhaus-Aufenthalt.

Hauptheldin: Ich habe es unterschrieben, danke.

Sie geht in die Tiefe der Szene, in die Dunkelheit.

Chor:  Vergessen Sie nicht, die Brust ab zu binden. Werden Sie gesund. Wir schnappten uns ein Taxi und kehrten nach hause zurück. Still und leise, ohne irgendwelche Exzesse.

Chor: Und ich fahre mit der Tochter.  Sammele du die Pantoffeln ein, Hausschuhe, Bademantel, Handtuch, Zahnpasta, Bürste, Seife. Und fahr in ein anderes Krankenhaus, mit einem befehlshaberischen Ton. Der Mann drehte sich um und ging zurück in die Wohnung. Zum ersten Mal  begann das Fruchtwasser noch im Krankenwagen zu fließen, man gab ihr ein paar Spritzen.

Hauptheldin: Ich bin selbst in die dritte Etage gestiegen, in den Bereich „Geburtshilfe und Gynäkologie“. In feuchten, stacheligen Leggins und nassen Socken. 

Chor: Zieh deine Kleidung aus und leg dich hin. Die Krankenschwester machte das Bett mit Bettwäsche, die grau geworden ist von dem vielen Waschen. Sie benötigen Ihr eigenes  Nachthemd, auf diesem sind verdächtige Flecken und Löcher. Bleib du liegen und ich finde die Abteilung, spreche als Kollege zum Kollegen, die Mutter hat die leitende Funktion in der Klinik „Bagira!“ Sie legte sich hin

Hauptheldin:  Der Schmerz kam in Welle. Eine große, eine noch größere, eine riesige Welle kochenden Wassers. A-a-a-a-a-a-a-a-a-a-a-a-a-a-a-a-a-a-a (in der ganzen Stimme)

Chor: Er lag zwischen meinen Beinen, in der Pfütze. Ganz Sauber, mit dunklem Haar, mit geschlossenen Augen.

Hauptheldin: Ihm war kalt.

Chor: Ein Junge. Wohin mit ihm? Auf den ersten Blick gibt es keine Pathologie. Man kann es versuchen…Nein, sagte die Mutter.

Hauptheldin: Mutter, wo ist er?

Chor: Niemand

Hauptheldin: Aus der Armbeuge eine Nadel mit einem Rohr (sticht mit der Nadel, das Blut spritzt)

Chor: Er wurde weg gebracht.

Hauptheldin: Er lebt. Ich erinnere mich, ein Junge.

Chor: Er ist gestorben als er auf die Welt kam, du bist jung, wirst einen weiteren zur Welt bringen.

Hauptheldin: Ich habe nicht gesehen, wie er gestorben ist(weint leise).

Chor: Schlaf, Teure, weine nicht. Sie wurde zweimal gewaschen: ein Mann mit weichen Händen und morgens durch die Hintertür. Kommt zu sich, fragt sie ob sie mal Hepatitis gehabt hatte. Sie ist unbekannt, hat keine Dokumente. Extrauterinschwangerschaft. Das Geschwür ist geplatzt. Das Blut floss in das Abdomen. Nach der Operation der Oberarzt-Abteilung, ganz in Blut. Ein gutes Mädchen , geduldig.

Hauptheldin: Ich? Nun habe das NJ  ausgehalten, bis ich auf der Straße hin fiel.

Chor: NJ ist größer, höher und älter als fünfzehn Jahre, sie tut einem nicht leid. Uns sie. Dünn, Hände-Fäden, Beine – Streichhölzer. Zu jung, zu vertrauenswürdig, solche leben nicht,  sondern ackern sich ab. Man hatte immer Mitleid mit ihr. Nun soll eine Untersuchung erfolgen. Ein Abort zu diesem Zeitpunkt  kommt selten vor. Sie sind selber Arzt und Mutter, Sie sollten es verstehen. Vitamine, Ernährung, weniger Stress und ein paar Jahre keine Kinder. Hier ist eine Überweisung in die endokrinologische Geburtsvorsorge, Sie sollten hin gehen.

Hauptheldin: Auf Wiedersehen.

Chor:  Dein Mann ist schuld. Der Depp. Konnte kein normales Kind machen. Ich lief aus seit dem ersten, doch zur Welt gebracht habe ich es alleine, dich sogar auf dem Sofa. Und du wirst gebären. Du musst gebären.

Ein leuchtendes Licht.

III

Freundin 2:  Warum lässt du dich nicht gesund machen?

Hauptheldin: Eine Schuld?

Chor: Damljama mit Schafrippchen

Hauptheldin: Ich war bei verschiedenen Ärzten und kam vom Kurs ab. Verschiedene Diagnosen und die Heilung ist unterschiedlich. 

Freundin2: Dann wähle eine aus und fange an.

Chor: Das wichtigste ist der Anfang.

Es roch anlockend nach Raykhon, Hammel, Knoblauch und nach Paprika.

Freundin 2: Nanu, eine unbeschreibliche Schönheit.

Chor: Die darstellende Kunst, ein Lied. Das Essen ist nicht nur für den Magen, sondern für die Seele.

Freundin 2: M-m-m. Eine Leckerei

Hauptheldin: Trink. Ich glaube ihnen nicht. Und die Arzneien mit den ernsten Gegenanzeigen , die Veränderungen des Blutbildes.

Chor: Arganulozyste 

Hauptheldin: Ich habe eine schwache Leber. Eine abscheuliche Bauchspeicheldrüse. Ich versuche gar keine Tabletten zu schlucken. Und hier mit vollen Händen und Jahre lang.

Freundin 2: Du lässt dich nicht heilen, von der Laterne. Du wärst fast verendet

Chor: Thyreotoxische Krisis. Das dritte Jahr der Blutdruck 135/100, Puls höher als 200.. nicht ab Hauptheldin: …Hund, Katze, Mücke...

Professor 1: Das Alter?

Hauptheldin: 29 Jahre

Chor: Du siehst aus wie Nadezhda Konstantinovna Krupskaja.

Hauptheldin: Einsamkeit. Ich habe mich daran gewöhnt. Man gewöhnt sich an alles.  An das Schlechte langsam. Wenn man das Schlechte nur vergessen könnte.

Professor 1: Geben Sie Blut ab wegen der Hormone, Ultraschall.

Hauptheldin: Habe ich.

Chor: Habe es gemacht, vor einem halben Jahr, zwei Monaten und vor einem Monat.

Professor 1: Machen Sie es erneut.

Chor: Wir sind zu alt, machen es selber, wir haben einen sehr guten Apparat, der beste Ultraschall. 

Professor 1: Mit den Ergebnissen bitte zu mir in die Aufnahme, 200.

Chor: 500, 700, 1000. Ergebnisse, der Ultraschall ist teurer.  

Freundin 2: Hörst du mir zu? Willst du sterben? 

Hauptheldin: Verzeih, ich war in Gedanken, wiederhole es.

Freundin 2: Willst du sterben? Die Karaffe ist wunderschön.

Hauptheldin: Nein, einen solchen Luxus kann ich mir nicht genehmigen. Ich werde weiter leiden den Feinden zum Trotz. Ashehani (Ашехани) der häuslichen Überflutung. Und die Karaffe stammt aus Georgien.

Chor: Quevre.

Freundin 2:  Du benötigst ein Brain-Storming. Krank sein und sich nicht heilen lassen ist Trash . Das Gericht ebenfalls.      

Chor: Authentisch

Hauptheldin: Es gibt eine Menge Arbeit, ich brenne am Geburtstag und zu Neujahr.

Chor: Sie war seit acht Jahren nicht im Urlaub.

Hauptheldin: Rishtan. Blaue Keramik, XIX Jahrhundert, Unterschrift, der Stempel des Meisters auf Farsi .

Freundin 2: Auffarsi – ein schöner Name.

Hauptheldin:Das ist kein Name. Das ist eine Sprache.

Freundin 2: Ich sehe.

Chor: Google.

Freundin 2: Rishtan ist eine tadschikische Stadt.

Chor: Alle Städte Zentralasiens wurden von Tadschiken gebaut. 

Hauptheldin: Trink..

Freundin 2: Wir werden austrinken. Ich erinnere mich an einen Trinkspruch. Lasst uns trinken vor dem Kampf! Ein ausgezeichneter Wein, leicht zu trinken, passend zum Thema  Für die Erfüllung der Wünsche! Seid arrogant!  

Chor: Den Zwillingen.

Freundin 2: Wechsel die Arbeit. Kardinal. Es ist Zeit- Zeit. Glaubst nicht an den Horoskop, soll Lejla die Zukunft hervor sagen….

Chor: Die Zwölften.

Freundin 2: auf den Karten.

Chor: besser mit Kaffee, mit Rattenknochen. .

Freundin 2:  Mach es nach den Sternen online im Netz.

Hauptheldin: Der Chef schlägt San-Diego vor. Lass uns auf das Sofa gehen.

Freundin 2: Nun , es fängt an, ohne Aufsicht wirst du arbeiten 120 Stunden die Woche. Mist, ich kann meinen Reißverschluss nicht schließen.  .

Chor: Der Bauch stört.

Hauptheldin: Zieh die Jeans aus, hier ist ein sauberer Bademantel.

Freundin 2: Uff! Ich werde nur eine Unterhose tragen. Hast du was dagegen?

Hauptheldin: Der Verdienst ist höher, Wohnung, Krankenversicherung.

Freundin 2:  Die Plastik des Gesichts. 32 Da Vinchi, Brüste aus Silikon die sechste Nummer und Beine  verlängert auf  10 cm

Hauptheldin: Die Beine lang. Kommst uns besuchen. Findest einen Millionär oder einen zwei Meter hohen Macho mit sechs Würfeln, Taille.

Chor: Und ohne Kringel auf den Seiten

Freundin 2: Finde du ihn dir. Wenn du versprichst, ein persönliches Leben zu beginnen, hau ab.

Chor: Selbst heute.

Freundin 2: Wohin auch immer, nach San-Diego.

Chor: Frei.

Hauptheldin: Ich höre auf.

Chor: Das Familienglück ist vorbei.

Hauptheldin: Man wird nicht irgendetwas, was sich lohnt, als Heirat bezeichnen. 

Freundin 2: Ja, gut, einen Ehemann! Gute Ehemänner – wie Küstenleoparden.

Chor: Zehn Stück werden schon seit 60 Jahren bewacht.

Freundin 2: Finde dir einen Geliebten.

Hauptheldin: Ich kann mir nicht einmal eine Katze anschaffen. Und die Katze…

Freundin 2: …fängt die Mäuse…

Chor: Fliegen.  

Freundin 2:…och, die Decke dreht sich und der Boden.

Hauptheldin: Ich habe keine Mäuse.

Freundin 2: Von denen wird es hier wimmeln, und nicht nur im Haus. Es gibt einen Neurotpathologen. Wir für alle Fälle heilen. Verheiratet, der Kotzbrocken, aber klasse, schlau, sympathisch, 35 Jahre und zauberhafte Hände, ein winziger Ausschlag man wird baff auf der Stelle. 

Hauptheldin: Nimm ihn zu dir.

Freundin 2: Ich will heiraten, doch einen Fremden schnappen, dazu fehlen mir die Nerven.

Hauptheldin: Vor allem mit meiner Psyche. Wäre er Psychiater, würde ich noch einmal nachdenken. Sei ehrlich, wie viele Liebhaber hattest du? Ich werde nicht lachen.

Freundin 2: Ach du Schlange, Hauptsache irgendwie abwimmeln.

Hauptheldin: Zwei, lach du nur auf die Gesundheit 

Freundin 2: In wie vielen Jahren und wer?

Chor: Namen, Schwester, Namen?

Hauptheldin: Nun, seit ich vierzehn war. Mein erster.

Chor: Hast Shahin geheiratet. Preis-Waterhous hast du in einen Harem verwandelt. Hast hübsche Jungen durch gehen lassen.  

Hauptheldin: Und der Ehemann.

Freundin 2: M-i-st, seit fünfzehn Jahren mit dem Ehemann zusammen?

Hauptheldin: Nun ja. Ich bin keine Schönheit und Sexbombe wie du.

Freundin 2: Mist, das ist nicht zum Lachen sondern zum Weinen…

Chor: Zum Aufhängen.

Freundin 2: …es bleibt nur noch Gleb…

Chor: Dieser doofe Weiberheld.

Hauptheldin: Ich schwöre, niemals er noch ich.

Freundin 2: Unterbreche mich nicht.  Er ist ein Depp , kein Idiot. Gleb nannte sich Birkchen.

Hauptheldin: Welches Birkchen? Eine Birke.

Freundin 2: Du Pinocchio-Brett. Wie hast du es nur zu diesem Leben geschafft?  

Chor: Wie ein Kolobok (russische Märchengestalt).

Freundin 2: Er sagte, du seist ein schmales Birkchen, klar und hell.

Hauptheldin: Und du hast es ihm aufs Wort geglaubt? Hast ihn nicht gezwungen Erde zu essen, Blut zu trinken?

Podruga 2: Du hast unrecht, was die Menschen denken, das sagen sie auch.  

Hauptheldin: Auch Gleb.

Chor: Messias, welcher die Wahrheit offenbart, ein Mischling Freuds und Messings.

Freundin 2: Man soll den Menschen einfach zuhören. Man hat nur ein Leben. Ist es vorbei, wirst du dich barbusig hinwerfen…

Chor: Für alle.

Freundin 2:…im Alter.

Hauptheldin: Ich werde es bis zum Alter nicht schaffen, ich bin 29 und fühle mich wie hundert.

Chor: Krächze nicht, sonst wirst du von dem Bösen Blick behext.

Das Licht wird rot

Ehemann: Ich habe mein Einverständnis nicht gegeben. (beleidigte Augen unter der Brille füllten sich mit Tränen).

Freundin 2:  Und die Rechnung nicht bezahlt.

Chor: Nicht einverstanden – zahle.

Professor 2:  Der Spieler  gab das Testament 

Ehemann: Sie haben mein Kind getötet. Sie haben meine Frau getötet.

Chor: Langweilig..

Ehemann: Ihr habt getötet, getötet, getötet.

Chor: Mit dem Aufreißen.

Freundin 2: Anatolij, beenden sie die Hysterie. Sie starb vor zwei Wochen mit Ihrer Tochter gemeinsam mit Ihrer Tochter.

Ehemann: Ich werde diese lausige Krankenhaus verklagen.  

Chor: Wahrscheinlich hat er Schmerzen.

Ehemann: Sie haben mein Kind getötet. Sie haben meine Frau getötet. Mörder!

Freundin 2: Um Himmels willen!

Chor: Halt’s Maul du Armseliger, und das Leid ist armselig.

Ehemann: Getötet, getötet, getötet, ge-e-e-e-e-e-e-e-e-e-e-e-!

Chor: Das Fenster wird gewischt mit einem zerknitterten Tuch mit Karomuster.

Ehemann: Du hattest nicht das Recht.

Chor: Die Augen zusammen kneifend.

Freundin 2: Ich bin eine rechtlichbefugte Person.

Chor: Gräulicher kann man es  nicht ausdrücken.

Ehemann: Ich bin ihr Mann, das war mein Kind, wir haben geheiratet, und du bist ein Niemand für sie. Lanochka schaffte es nicht zu beichten. Schlecht-schlecht-schlecht, Vater Pavel.

Freundin 2: Anatoloj, hör auf zu schreien.

Chor: Ohne dich ist es beschissen.

Freundin 2: Lassen Sie uns in den Flur gehen. Lev Platonovich, entschuldigen Sie uns. Er ist einfach müde.

Chor: Er saugte uns die Energie aus und trank.

Professor 2: Das tut mir sehr leid.

Freundin 2: Anatolij, lassen Sie uns gehen. Es wird Ihnen besser gehen an der Luft.

Ehemann: Y-y-y-y-y-y-y-y-y-y- Mörder! Mörder, Mörder! Y-y-y-y-y-y-y-y-y-

Freundin 2: Mist! Halt’s Maul! Schrei nicht!

Chor:  Er geht auf den Wecker..

Freundin2: Zum Teufel mit dir, kannst ruhig schreien, man soll dich in die Mentura mitnehmen.   

Chor: Ist er nun wirklich verstummt?

Freundin 2: Geh raus und warte hinter der Tür ( er lehnte sich an, wollte nicht gehen)

Chor: Ausgegangen, atmete durch und begann von Vorne.

Ehemann: Und was ist mit der Beerdigung? Man muss Vater Pavel fragen, dass dieser singt. Und einen guten Platz finden. .

Freundin 2: Die Einäscherung ist morgen um zwei.

Ehemann: Das geht so nicht, es ist unmenschlich. Lanochka, gläubig, getauft, man soll nach dm orthodoxen Ritus vorsingen

Chor: Hatte Angst, nach dem Tod von Würmern gegessen zu werden. Irgendeine Phobie, Arachnophobie, Insekten haben bei ihr eine kränkliche Abneigung verursacht.  

Ehemann: Und ich? Wie soll ich?

Chor: Die Wohnung der Mutter, das Auto dem Bruder. Die  Asche wird auf dem Grab des Vaters, des Großvaters und der Großmutter verstreut. Wir müssen einen Platz kaufen, sonst geben sie uns kein Grab. Sie wusste nicht, wie ihr Vater starb und wo er begrabe wurde. Mutter und Vater haben sich vor langer Zeit scheiden lassen. Er lebte in der Nähe von Dschambul auf dem Ufer des Taraz, mit seiner dritten Ehefrau und erwachsenen Kindern.

Alle Jahre wieder wurde das Haus aus Schilfrohr und Ton in den Fluss geschwemmt.  Der Vater baute es erneut auf der selben Stelle. Er stammt aus der Familie von Deportierten und wurde in der kasachischen Steppe geboren, entweder 1942 oder 1943. Später fuhr sie weg um zu studieren, die Sowjetunion fiel auseinander und es kamen keine Briefe mehr an. 

Freundin 1: Na endlich, du warst im Koma.

Hauptheldin: Mir schien, ich wäre tot.

Freundin 1: Fast (sie verzog die Lippen und die Wange). Man hat dich mit  irgendeinem  Zeug vergiftet und mit Strom. Und die Sanitäter…

Chor:  Besonders pockig und mit einer Schnauze

Freundin 1: …Die Schnösel.

Chor:  eine schmale herzliche Organisation.

Professor 2: Das wichtigste du lebst. Glück gehabt.

Chor: Die neuste Methode, die klinischen Prüfungen sind noch am laufen, chance 1:10

Freundin 2: Bei sich.  Du wurdest von der der künstlichen Beatmungder Lungen befreit, um dich hierher zu fahren. Lejla hat sich Urlaub genommen. Ich habe die Papiere unterschrieben, falls es nicht klappen sollte…

Das Licht ist auf der Hauptheldin, die Übrigen sieht man nicht.

IV

Chor: Nikola-Archangelski Krematorium. Bescheinigung über den Tod. Golgatha. Punkt, Ende, nicht korrigierbar. Keiner hat geweint. Fremde, Unbekannte, Kollegen des Bruders, Nachbarn. Sie ging als letztes. Senkte sich auf die Knie. Die großen Hände liegen auf dem Bauch. Vor fünf Jahren war sie eine hohe, dünne Frau mit durchdringenden dunklen Augen . Ihr Blick stocherte, hasste, war eifersüchtig. So unerwartet, es schien sie habe Krebs ohne Symptome, doch sie quälte sich nicht. Unter der weißen Spitzendecke war es nicht sie. Dorthin zu schauen war schrecklich und dort hin zu gehen noch schrecklicher. Eine Mumie. Mit Pergament umwickelte Knochen, ungemütlich, nicht richtig, ein eingefallenes Gesicht mit lippenlosem Mund.

Hauptheldin: Verzeih(sie küsste die Hände, welche mit weißen Schleifen)Verzeih, verzeih..

Chor: Das Letzte. Haben sich alle verabschiedet? Der Ort ist gut gelegen. In der Stadt, Bus und Marschrutki (kleine Busse zum Transport von Passagieren)

Bruder: Ich sage, wenn ihr nichts dagegen habt. Wir sind nicht viele, die aller Nächsten.

Chor: Keine Verwandten, keine Bekannten von der ehemaligen Arbeit, keine Freundinnen.  

Bruder:  Wen kannte die Mutter persönlich? Ich bin Ihnen dankbar, dass Sie mich unterstützt haben. Ich…ich… 

Chor: Der beste Friedhof, geschlossen 30 Jahre, über die Vetternwirtschaft und eine Menge Geld ein bordeaux-farbener Sarg mit Gold und Behang. Mit der Krone zum Westen der Straße. Eine Handvoll Staub, Man hat den Hügel eines gelben Tons zu geschaufelt. Die Kränze vergesse, kauften im Friedhof-laden Plastikkränze, einen giftgrünen „Ruhe in Frieden“   und ein lachsfarbener „Der lieben Mutter“, staubige, schwarze Schleifen von irgendjemandes Grab.

…Gedenkfeier in der „Westlichen Küche.“ Neu. Vor kurzem eröffnet, vor ca. zwei Monaten. Sie beeilten sich, es wurde in den Bergen 5 Grad kälter. Der Tisch nicht gedeckt, im Wohnzimmer Kälte fast wie draußen.Die Bedienung-Schlafwandler krochen. Halbleere Nüsse, Trockenobst. Amerikanische hölzerne Äpfel, Mandarinen. – Ägypten. Salate? Nein, nein! Tee zum Aufwärmen, anstelle von Tee, Kompott. Zähe Hühnerbrühe mit gelben Fettkreisen und seltenem Dill. Pilaw, Kuurdak aus Hammelfleisch.

Hauptheldin: Es ist kalt geworden, nichts mehr zu Trinken da. An Opa wurde wie gewöhnlich gedacht, begonnen mit Rosinen-Brei, man erinnerte sich an ihn.

Chor: Mit einer Kristall-Ehrlichkeit, Treue, Männlichkeit. Der Karlag zerstörte ihn nicht.

Hauptheldin: Der Naive hat geglaubt.

Chor: An eine helle Zukunft und kommunistische Ideale. Mit Maria hat man Fünf erzogen. Lasst uns gedenken. Allah akbar, sie geben nicht, du bringst es nicht mit dir.

Hauptheldin: Ich hätte komme können , reden, zum letzten Mal, ich plante es seit fünf Jahren, habe sogar Tickets gekauft.

Chor: Zuerst wurden die Hände, dann die Beine entfernt. Am 31 wurde es einfacher, ich schaute „Ogonek“ Ins Krankenhaus musste ich nicht. Schaffe es.

Bruder: Den Hof machen..

Chor: Seit drei Wochen.

Bruder:…ich bin müde

Hauptheldin: Sagte nicht die vierte Stufe..

Bruder: Sie wollte selber nicht, beschwerte sich der dritte nachts gib mir die Wassermelone. Am Morgen erwachte sie nicht.

Chor: Die Kleidung verbrennen, von Genration zu Generation, für die Erinnerung den Allernächsten. Ein Ring. Den Rest in das Feuer. Die Kleidung eines Toten dürfen Lebende nicht tragen. Was nicht brannte, brachte man auf die Müllhalde.

 V

Hauptheldin: Frohe Weihnachten! Lässt du mich rein?

Chor: Es ist zu spät.

Freundin 1: Komme herein? Was ist mit dir?

Chor: Ein teures Abhandenkommen.

Hauptheldin: Mit mir? Nichts. Die Hunde, mein geliebter Sohn

Chor: Zwei Vorderzähne gefunden, sind heraus gefallen.

Hauptheldin: Nicht gemerkt, war krank, starb und überhaupt zu spät gekommen. Bin keine gute Krankenwärterin

Chor:  Schwächlich..

Hauptheldin: nicht zu beruhigen, weißt du die Kleinei träumte: richtige Eltern finden, die einen mitnehmen, genauso eine Drecksau ist sie geworden. 

Freundin 1: Weine ruhig.

Hauptheldin: Nach der Scheidung stritten, stritten wir, es kam fast zum Handgemenge. Die Afrikaner hungern.

Chor: Wir sind nicht in Afrika

Freundin 1: Du hast nichts gegessen.

Hauptheldin: Ich kann nicht. Bin abgehauen, habe sogar die Kleidung nicht mit genommen. In den Familien von Drogendealern und Alkoholiker.

Chor: Welch ein Vergleich.

Hauptheldin: Sag danke, dass ich geboren habe, danke, nur für was? Das Leben ist eine gute Sache?

Freundin 1: Es ist seltsam , wir haben uns gesehen. Ich fragte, wie es Mama geht und warum er niemanden gerufen hat?

Chor: Galila Dalilovna, die Ärzte aus der „Bagira“.

Freundin 1:  Zur Hochzeit muss man nicht unbedingt gehen, auf die Beerdigung unbedingt.

Hauptheldin: Ich spüre nichts.

Freundin 1: Das ist ein Schock, der Vater hatte vor einem Jahr den Insult, ich glaube es bis jetzt noch nicht.  

Chor:  Resignierte nicht.

Freundin 1: Schrecklich, doch nicht mehr zu verändern. Ist glücklich zu hause gestorben.

Hauptheldin: Zu schnell, der Großvater mit 78, die Großmutter mit 90. Bei uns haben sie alle ein langes Leben.

Freundin 1: Die Alten leben, wenn sie irgendjemand braucht

Hauptheldin: Hässliche Kinder, nach wem kommen sie?

Chor: Unfähig für Sympathie.

Hauptheldin: Der Gesunde stirbt eher. Sogar ein Foto in der Traueranzeige fehlt, dafür was sie alles ertragen hat, sie ernährte uns, kleidete uns ein, versuchte uns zu lieben, wenn wir krank waren, wartete sie kein einziges Wort ab. Sie hat ein solches Leben nicht verdient, niemand hat es.

 Freundin 1: Das heißt sie hatte Glück, hat sich nicht lange gequält. Und der Ort ist ausgezeichnet, auf der Zentralallee. Und die Beerdigung für die Lebenden.

Chor: Die Toten pfeifen drauf.

Hauptheldin: Ich vergaß, dass ich sie irgendwann geliebt habe, sie immer geliebt hatte.

Chor: Den hohen Standards nicht entsprechen, des erfolglosen Vaters ist schwer.

Freundin 1: Sie liebte wie sie konnte. Das Schlechte vergisst man, in einem Jahr stellen wir ein Denkmal auf. .

Hauptheldin: Eine schwarze Platte, oben eine weinende Weide.

Freundin 1: Aus Marmor, mit einem Foto, weine nicht..

Hauptheldin: In einem zerknitterten Kleid und einem Panama-Hut.

Chor: Von der anderen Seite ein Barsch-Marsch Jahr 1953 

Hauptheldin: Das sind wir 

Freundin 1: Sie ähnelt der Mutter, die Nörglerin .

Chor: Das Profil des Großvaters, der Stolz der Mutter, das Herz, die halbe Seele.

Freundin 1: Die Ehefrau hätte kommen können.

Hauotheldin: Die Ehemalige

Freundin 1: Gut, dass der Enkel da ist.

Chor: Vier Jahre alt, der Einzige.

Hauptheldin: Ganz wie Nikonvskie.

Chor: Der Cousin des Opas mütterlicherseits, ein Anhängsel des Imperialismus, direkter Nachkomme in der Verbannung.

Freundin 1: Soll die Erde der Mutter mit dem Flaum. .

Chor: Die Flasche ist alle.

Freundin 1: Friede

Chor: Hat geträumt

Freundin 1: Und nun auch mit dem Bruder vertragen.

Hauptheldin: Lejla…

Freundin 1: Ich habe längst verziehen, und nun lass auch du gehen.

Prpfessor 2: Der Tod trat am vierten Januar, um 11.05 Uhr ein.

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