Zauresh Dandybayevas Roman „Gespenster aus der Vergangenheit“ handelt von der Geschichte einer jungen Frau, die ständig auf der Suche nach etwas Neuem ist. Sie reist durch die Welt und lernt Menschen kennen. Jedes Treffen ist einzigartig. Die Heldin fliegt, fährt, geht zum Treffen ihres Glückes. Und auf dem Weg lernt sie neue Länder kennen und Menschen, sie verliebt sich und durchlebt zauberhafte Augenblicke. Jedes Sujet des Romans hat ein neues Thema inne und jede Episode kann als einzelner Teil betrachtet werden, als eine Erzählung oder als Szenarium eines Filmes. Wie ein Kaleidoskop der Erinnerungen zieht sich ein roter Faden durch die Geschichte.
Für die Heldin ist das Leben selbst eine interessante Reise. „Wir trinken die Schale der gemeinsamen Ereignisse ganz aus, verabschieden uns von Hass oder Liebe und glauben daran, dass die Göttin Erfolg uns ein neues Treffen schenkt“
Der Roman beginnt mit der Beziehung von zwei Schwestern, die sehr innig und herzlich ist.
Die beiden brechen zu zweit auf in die Berge. Sie gehen einen Pfad entlang, riechen die Margeriten, wundern sich über die Eichhörnchen, erinnern sich an alte Zeiten.
Olga ist für die Protagonistin eine Begleiterin, ein Guru und einfach eine liebe Schwester.
Mit ihr macht sie auch die Reisen zum See Issyk Kul.
Die Heldin des Romans erzählt immer wieder von ihrer Großmutter Vera. Sie erinnert sich an das gemeinsame Kochen und Backen, an die Herzlichkeit der Großmutter.
Zur eigenen Mutter hat sie allerdings ein unterkühltes Verhältnis.
Bei der Großmutter jedoch fühlt sie die Wärme, die Sorge, die kindliche Freude. Sie ist für sie „der Sonnenschein im dunklen Königreich.“
Die Erinnerungen an das Neujahrsfest, das Aroma des Weihnachtsbaumes, der Mandarinen, sind sehr präsent, auch an die Harmonie der Gesten und des Rhythmus um die Großmutter herum – diese ist wie eine frische, durchsichtige Luft.
Die nächste Reise geht nach Paris, eine Pilgerschaft. Das Leben ist wie ein Karussell, immer im Kreis. Und immer wieder stellt sich die Heldin die Frage nach der Liebe. Für sie ist die Liebe etwas flatterhaftes, ephemermes,, das man nicht auffangen kann. „Hier ist die Liebe, und dann ist sie wieder fort.“
Im Roman geht es auch um seelische Schmerzen: „Und du versuchst sie zu überdecken, zu essen, zu trinken, neue Treffen zu suchen, mit dem, der ihr Verursacher war. Doch der ganze Sinn besteht darin, dass man einfach verzeihen muss und loslassen.“
Um den Schmerz zu verarbeiten, fliegt die Protagonistin nach London. Sie will ihren „Schmerz transformieren…Oder wenigstens die eigene Wunde in der Seele heilen. Die Londoner Nebel sollen sie bedecken und sich dann auflösen im Licht ihres Herzens.
Doch die Ankunft zuhause bereitet der Hauptfigur ebenfalls Freude. Sie gewinnt den Geschmack und die Welt füllt sich mit Farben, sie genießt die Berge, saugt die Bergluft ein und bereitet sich auf den Urlaub in den Bergen vor: man muss schließlich die Rückkehr nach Hause feiern!