Winter. Sibirien. Sehr viel Schnee. Der Schnee knirscht unter den schnellen Füßen. Ein Kerl läuft zum Auto, im Innenraum des Wagens ist es wärmer, doch warm wird ihm trotzdem nicht. Ist ganz durchfroren. Läuft so vor sich hin, so schön und jung, tänzelnd, der trockene Schnee knirscht unter den Stiefeln. Der Hut liegt schräg, der Mantel ist offen, der obere Knopf des Hemdes ebenfalls. Die Augen sind klar, blau, wie der Himmel über den Bergen. Die Seele ist offen. Gar nicht mal einfach ist der Kerl aus Rjazansk, ein Fahrer. Er kam auf die komsomolzer Baustelle nach dem Wehrdienst, um in der Hakassker Einöde eine Straße zu bauen und etwas Geld zu verdienen für das neue Haus. Dahin würde er dann seine Braut mitnehmen. Der Sohn einer strengen, starken Mutter, ein Bruder von zwei leiblichen Geschwistern, ein Enkel der Großmutter, die einen eisernen Willen hat. Nachdem ihre beiden Söhne, Weißgardisten, erschossen wurden, vor ihren Augen und der Augen der kleinen Tochter.
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Die Bolschewiken schmissen die Göre aus dem festen Haus, das heute immer noch steht und in dem ganze vier sowjetische Familien leben.
Die Umgebung von Rjazan‘, der Fluss Oka, ein Ehemann, der in den zwölf Kirchen von Elat’ma arbeitete, eine Schule, zwei Söhne – Schönlinge, Offiziere. Tochter Zinochka, blauäugig, schwarze Locken – alles ist abgebrochen. Man zerstörte die Kirchen, setzte alles in Brand. Die neuen Machthaber, die Bolschewiken, nutzten ihre uneingeschränkte Macht und Grausamkeit.
So fanden sich auch auf dem Feld, in einer Baracke, Mutter und Tochter, und man sollte nicht sterben von dem Seelenschmerz, vor Hunger und mit den Brücken des Schicksals zurecht kommen. Man nannte jenes Dorf später Wüste. Und auf dem Berg über der Oka steht eine Kapelle des Vaters Alexander, der sein Leben für die Ehre und den Glauben gegeben hat, als gerade die erbarmungslose Revolution im Gange war.
Um zu überleben, musste die Mutter ihre sechzehnjährige Tochter mit einem vierzigjährigen Witwer verheiraten. Er stammte aus der Familie ehemaliger Kaufmänner, die sich der neuen Macht anpassten, viel arbeiteten, gut lebten. Für die Tochter war es die einzige Chance ihren Nachnamen zu ändern und das Geschlecht zu erhalten. Zinochka gebar vier Kinder. Die beiden älteren Töchter Ekatherina und Anna waren Helferinnen. Mishka war noch ganz klein. Ihn und die aller jüngste Maschenka gebar sie nach dem nächtlichen Melken: sie schleppte volle Eimer Milch vom Fluss. Als Zinochka 28 Jahre alt wurde, starb ihr Ehemann an Tuberkulose und sie blieb als Witwe mit fünf Kindern, der Stiefsohn Pashka nannte sie auch Mutter. Nach dem Tod des Ehemannes wandte sich seine Familie von der fremden Tochter mit der schlimmen Vergangenheit ab. Ein paar Jahre vor dem Krieg, folgte Mascha ihrem Vater: im Traum, als ob sie ihn gesehen hätte, sagte sie: „Papa“, und wachte nicht wieder auf.
Das kleine Häuschen der Großmutter, das an der Stelle der Baracke gebaut wurde, ähnelte mehr einem Stall. Es begann der Krieg. Der Hunger. Zwei Frauen, obwohl sie so stark waren in ihrem Geist, hätten all ihre Kinder nicht versorgen können. So ergab es sich, dass Gott die Jüngste nahm. So hatten die Übrigen eine Chance zu überleben. Mischka blieb vier Mal sitzen in der Schule, weil man ihm dort zu essen gab. Und er und Njura wechselten sich ab mit dem Schulbesuch. Da es nur ein paar Winterstiefel gab. Die Großmutter briet Pfannkuchen, war sehr streng, führte den Haushalt und war das Oberhaupt. Dann starb auch sie und als Mischa es erfuhr, lief er die Straße der Mutter entgegen und schrie: „Mama, Mama, die Großmutter ist gestorben!“
Sie blieben zu viert: der älteste Pascha fuhr fort, wurde in einer Schule angenommen, wurde Kapitän. Die Familie des Vaters unterstützte ihn. Und Miscka schleppte Säcke mit Mehl. Dann ging er in den Wehrdienst und im Jahr 53, im starken Frost in Tomsk, nach dem Befehl der Abteilung, sollte er sich niederlassen. Stalin starb. Es verendeten junge Männer, starke, gesunde, Opfer des absurden Terrors. Er überlebte. Beendete seinen Dienst. Kehrte nach Hause zurück, doch die Mutter schickte ihn so weit weg wie möglich von seinem vertrauten Ort: In ihren Augen stand bis zu ihrem Tod die Erschießung der Brüder im Hof des Hauses. Sie befahl sogar ihren Enkeln, den Nachnamen zu wechseln: sie hatte wieder Angst, die Nächsten und Liebsten zu verlieren.
Und erst Ende der 90er Jahren hing sie zwei Portraits der jungen Schönheiten mit einem stolzen Blick auf. Diese trugen Orden, die wie ein Wunder, ihnen bewahrt blieben: sie bat alles zu verbrennen nach ihrem Tod, damit ihre Enkel und Urenkel nicht zu Opfern der möglichen Repressionen wurden von der Seite der sich immer verändernden Macht.
Wie sehr ihm das Wort „Väterchen“ fehlte. Vielleicht klingt dieses Wort aus unseren Mündern, den Kindern des Väterchens, mit besonderer Ehrerbietung.
Zu dir, mein Väterchen, Mishka Bahrov, zu dir. Zu einem solch schönen Menschen richte ich meine Gedanken, Worte und Bitten, mit Liebe und Begeisterung und ich schaue auf meine Taten mit deinem Segen. Ich laufe durch den schneidenden Frost zum kleinen Geschäft in einer fernen Hakassker Stadt, zum Treffen mit meinem Schicksal, zum Treffen mit meinem Glück.
Vor dir liegt ein langer Weg, und ein kurzer, der leuchtend ist, jedoch mit schlimmen Augenblicken. Doch selbst nach vielen Jahren, leuchteten die Augen meines kleinen Buddhas im Sommer 2002 mit jugendlicher Arglist, durch einen physischen Schmerz, durch den Schmerz der Trennung. Mein teurer Mensch. Mein größter Stolz, ist es die Tochter eines Echten Menschen zu sein.
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Es läuft ein Kerl, so elegant und mit Grazie. Seine jede Bewegung ist schön.
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Man trifft sehr selten Menschen, deren Bewegungen erfüllt sind von einer geheimnisvollen Bezauberung und die immer die Blicke der Alten und Kinder auf sich ziehen. Und es ist gar nicht wichtig: ist es ein Kerl, der Witze macht, ist es ein junger „Hazbulat“ mit einem Akkordeon in den Händen, ist es das Gras, welches gerade wächst, ist es der fremde Großvater, der begeistert auf den Rücken des Heuers schaut, meines Vaters, auf der Heuernte in Shunersk, sind es wir, die gemeinsam in einem großen, gelben Wagen in die Taiga fahren. Jene, die sich erstreckt auf beiden Seiten der schmalen Straße und einen Tunnel bildet, ein Dreieck und es gibt nur wenig Himmel. Ich sprang in den Wagen, der Hut schief, schnell, ein großes Auto mit einer gelben Nase. Kamacu ist eine japanische Schönheit, die mich und Väterchen in die Taiga fährt und wir freuen uns. Väterchen und ich sind Schmetterlinge, flattrige, tanzende. Doch das alles war schon vor vierzig Jahren, vor dieser Treppe im Geschäft.
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Die Hände sind immer warm, ohne Handschuhe bei starkem Frost, doch sie frieren, man kann die Zigarette nicht anzünden. Doch wenn man sie aneinander reibt und auf sie atmet, dann kann man eine rauchen. Ein kränklicher Kerl an der Tür, wischte sich die Schuhe ab, schüttelte den Schnee ab und betrat das Geschäft. Und auch hier wird einem nicht warm: der Ofen heizt kaum, die Verkäuferin schafft es wohl nicht alleine, hat wohl kein Holz.
„Ich bleibe etwas beim Feuer, wärme mich auf, ich sollte ein paar Holzscheite in den Ofen werfen, solange das Feuer noch nicht an ist.“
Ich setzte mich, pustete auf die Hände, nahm eine Zigarette heraus, hatte es nicht einmal geschafft den ersten Zug zu machen. Doch die Verkäuferin vertrieb mich in die Kälte. So streng, rote Wangen, die Augen leuchten. Lass mich doch hier aufwärmen, sag ich zu ihr. Ich wärme mich auf und bringe dir ein paar Holzscheite. Nein, auf keinen Fall. Sie verscheuchte mich in die Kälte. Schon wieder laufe ich schnell zum Auto, hatte nicht mehr daran gedacht, Tee zu kaufen.
Und das Mädel im Geschäft ist ganz schön frech…Wem gehört sie wohl? So nervig. Habe sogar vergessen, Tee zu kaufen. Gut, ich komme ohne Tee zurecht. Habe mich doch aufgewärmt durch das Laufen. Und der Ofen bei dieser blöden Kuh wird ganz erlöschen, sie wird erfrieren bis zum Abend. Man sollte wenigstens etwas Holz vorbei bringen, damit sie nicht ganz erfriert.
Der sibirische Abend des Jahres 1957. Mishka Bahrov ist 25 Jahre alt.
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Und das Mädel ärgert sich.
„Da kam irgend einer von Weitem, kein Einheimischer, kam herein, wie ein Wind und direkt zum Ofen, dann rauchen. Dachte, ich bemerke es nicht.“
Ich verscheuchte ihn, und er hat sich nicht gewehrt.
„Und seine Augen sind so frech, in ihnen glänzt Arglist. Hier bei uns gibt es solche nicht. Und dieser war wie ein Blitz, sprang herein und verschwand plötzlich. Ein frecher Kerl. Nicht der Unsrige. War auf der Durchfahrt, vielleicht einer von jenen, die kamen, um die Straße zu bauen.
Wie kalt es heute ist, und es gibt kein Holz mehr. Die schlimme Kälte ist zwar vorbei, doch Februar und April schenken uns auch keine Wärme. Hände und Füße sind am frösteln. Bin ganz durch gefroren. Ich sollte Vater oder die Brüder fragen, vielleicht bringen sie mir etwas Holz. Ich schließe ab und gehe zur Mutter, sie hat heute Piroggen mit Schattenmorelle gebraten.“
Bis zum Haus ist es nicht weit, nur 10-15 Minuten. Und zuhause ist es warm, der Vater schafft im Stall, die Mutter hat bereits gemolken, die Milch durchgesiebt und bereitete für Wassilij, Marusja und Taisja, den älteren Kindern zu Essen vor. Sie haben ihre eigenen Familien und kleine Kinder.
Vanka und Tomka bringen den Älteren Piroggen und Milch, sie freuen sich, sich auf dem Weg zu amüsieren, die dörflichen Nachkriegsturbulenzen. Zuhause kann man keinen Schabernack machen: der Vater ist streng. Betritt er die Hütte, herrscht sofort Stille, und auf dm Tisch ist Ordnung. Alle sitzen und warten, bis der Vater beginnt zu essen. Sie wissen seit der Kindheit, dass der Vater ihnen den Löffel ins Gesicht wirft, wenn etwas nicht stimmt. Einen solchen Vater hat das Mädel, strengt, lobt seine Kinder nicht. Was er sagt soll der Wahrheit entsprechen, auch wenn er nicht recht hat. Doch die Mutter, auch wenn sie nicht stark ist, kämpft nicht um die Macht. Sie versucht ihn zu beruhigen, ihm zu verzeihen. Ein Tatare und eine Kosackin. Funken, Angst, Kinder, Hauswirtschaft, ein gutes Haus, eine starke Familie. Die Kinder haben eine ganze Straße von Häusern bekommen entlang des Flusses, und alle Häuser wurden mit den eigenen Händen gebaut. Der Vater ist ein Tischler, und die Mutter ist die Hausherrin, jetzt und auch in Kriegszeiten war das so.
Das Einzige was mir Sorge macht, ist dass ich langsam heiraten sollte. Das sagen alle, auch die Mutter. Die Heiratskandidaten kamen bereits 10 Mal, vielleicht sogar 12, doch sie möchte nicht irgendjemanden heiraten, „mal hat der eine Schnupfen, mal ist er gebeugt, mal ist er ein Trinker“, irgendwie nicht für die Seele. So sprach ich: „Ich heirate nicht jemanden einfach so, zwingt mich nicht!“
Ein winterlicher, sibirischer Abend des Jahres 1957. Shura Mozharova ist 22 Jahre.
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Wie seltsam sind doch die Menschen: brachten Holz, schmissen es vor das Geschäft, man kann nicht durchgehen, nicht durchfahren. Man muss dieses umgehen, manch einer springt darüber, doch ich habe Angst. Das Knie tut weh. Habe viel auf der Hochzeit des Bruders getanzt, nun tut das Knie weh, manch einer nennt mich Hinkebein, sehr erniedrigend.“
So denkt die junge Verkäuferin aus dem Dorfgeschäft als sie nach Hause zurückkehrt. Sie geht langsam den schmalen Dorfpfad entlang, auf dem knirschenden Schnee, der einem die Augen blendet. Sie atmet durch die feuchte Luft, selbst am Tag beißt sie sibirische Kälte die Wangen und die Nase, und auf den Wimpern und den Haaren zeigt sich ein dichter Raureif, wie bei dem Schneemädchen.
Man muss sich beeilen, schon wartete das Volk an der Pforte, und irgend ein Wagen steht unweit von hier. Der Handschuh klebt am Schloss fest, im Geschäft ist es kalt, das Volk schreit, beeilt sich. Mehl, Zucker, Bonbons, Streichhölzer, Korn, Brot. Das Angebot ist zwar nicht so groß, doch es gibt genug zu tun.
Die Menschen haben das Geschäft verlassen, nun muss ich den Ofen anheizen, solange niemand da ist, muss die Räumlichkeit geheizt werden. Ich habe gerade alles zu ordnen begonnen, da näherten sich irgendjemandes Schritte auf der Treppe.
„Gibt es etwas niemanden, der den Ofen heizt? Von dem Holz, das du hast, gibt es keine Wärme. So frierst du? Lass mich dir etwas Holz hacken, dort draußen liegt ein Holzstück.“
„Da steht er, mit offenem Mantel, so seltsam, als ob wir uns schon seit Jahren kennen. Ich bat ihm um nichts. Vielleicht hat der Vater gefragt oder die Brüder, ich hatte ihnen mitgeteilt, dass das Holz zuneige ging. Und man möchte ihn um nichts bitten, ich werde ihn nicht bitten.
Er hackte etwas Holz, brachte einen ganzen Eimer, heizte schnell den Ofen an, und ich hatte keine Zeit dafür, die Kunden kamen, manch einer brauchte Salz, manch einer Brot, alle sind in Eile, da nahm er eine Zigarre, drehte sie, blickte in meine Richtung, wackelte mit der Hand, so nach dem Motto, Tschüss, ich fahre nun, schnelle sich entfernende Schritte, da sprang ein Motor an von einem wegfahrenden Auto. Und ich habe mich nicht einmal bedankt, vielleicht ja doch, doch ich erinnere mich nicht. Es gibt viele Menschen. Doch jener Kerl war so seltsam. Einen solchen gibt es bei uns nicht. So wehte der Wind und es gab ihn nicht mehr.“
Es wurde leer…
Das Feuer knistert im Ofen, die Flammenzungen glänzen durch die halb geöffnete Tür des Ofens. Im Geschäft ist es war, ja in der Seele des Mädels wurde es auch warm. Irgendetwas ahnt sie, doch fühlt sie noch nicht die Bestätigung ihres Schicksals.
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Am Chulpan, einem riesigen Felsen, entlang der schneebedeckten Straße, fährt ein nachdenklicher Kerl aus Rjazan‘, so als ob er zum ersten Mal diese wundersame Schönheit Sibiriens sehen würde. In seinem Kopf glänzen viele Bilder: der Hafen neben der weiten Oka, dann die Mutter und die Großmutter, das nicht fertig gebaute Haus, die Braut Nataschka, die auf ihnen wartet, Kirschen, das Rotauge, Antonovka. Er erinnert sich an Tomsk und die Eiseskälte, die noch schlimmer ist als hier.
„Und jenes Mädchen aus dem Geschäft ist so streng, so ulkig. War wohl verwirrt, doch winkte mir sie als Dankeschön mit der Hand. Ich rauchte nicht, denn es gefiel ihr nicht, obwohl, nachdem ich ihr das Holz gebracht hatte, hat sie es mir auch nicht verboten. Und den Tee habe ich wieder nicht gekauft, sollte nochmal vorbeifahren. Ich sollte bei den Kerlen herausfinden, zu wem jenes Mädel gehört. So frech ist sie, hat eine kleine Stupsnase. Wir werden schauen…werden noch einmal schauen.“
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Mein Vater hat alles selbst entschieden. Entschied es großzügig, stritt nicht, wandte sich nicht ab, doch entschied er selbst, wen er lieben und heiraten soll, wohin man fahren soll und wie man die Kinder nennen soll…
Doch es soll so sein wie es sein soll.
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Es fährt ein Auto auf dem schneebedeckten Weg, ruckelt, wackelt bei den Abzweigungen des Chulpans, der in der winterlichen Dämmerung über den Häusern hängt, wie ein großer Riese, in dessen Schatten es immer dunkel und kalt ist. Es fahren zwei fröhliche Freunde Mishka Bahrov und Kol’ka Vertennikov. Sie wollen das Mädel mit der Stupsnase, die aus dem Geschäft, heiraten. Sie machen sich natürlich Sorgen und lachen, es fallen die Witze und das Auto fliegt, wie ein Lastwagen fliegen kann.
Die Straßen sind leer, es ist die Zeit des Abendessens.
Doch neben einem Haus geht ein Mann vorbei, dreht sich nicht um, zweigt nicht vom Weg ab, mal ist er so wichtig, mal nur nachdenklich. Wir fuhren ihm hinterher und hupten. Stämmig, nicht mehr ganz jung. Nun denn, er winkt uns zu.
„Verzeih uns Kerl, wir sind in Eile, die Braut wartet.“
So kamen wir an. Das Haus ist stabil, das Tor breit, die Pforte mit der Treppe. Lass uns gehen, Kol’ka…Schrecklich. Wir saßen noch etwas. Nun lass uns gehen, Es ist Zeit. Man sagt, dass das Mädel eine gute, feste Familie hat. Der Vater und die älteren Brüder waren im Krieg. Gott sei Dank sind alle zurückgekehrt. Die Mutter, eine Kosakin, ist wunderschön. Der Vater ein Schreiner, man ehrt ihn , ein guter Master, ist streng zu allen. Shurochka, so heißt unsere Schönheit, empfing viele Heiratskandidaten, doch sie wollte nicht heiraten oder die Eltern gaben sie nicht her.
„Lass uns gehen Kol’ka, man gibt sie uns. Wie der Kunde, so die Ware.“
Wir saßen noch eine Weile im Auto und dann los, wir klopften mit dem eisernen Ring an die Tür. Stille. Kein Hund. Und es duftet so lecker nach Brot, er duftet nach zuhause. Doch zuhause, in der Wüste ist ein anderer Duft, auf dem Dachboden trocknen Äpfel, hängt süßer Stechapfel im Winter und Sommer.
Und hier riecht es nach einem warmen, doch fremden Haus. Da gehen sie, die zwei Schönlinge, sie fürchten sich, doch man wird sie nicht vertreiben. Sie betreten das Haus.
Doch, oho, dort ist ein strenger Mann, der irgendetwas murmelt. Die Augen brennen, sodass es scheint, als ob die Funken austreten würden. Da ist dieser Grobian!!!
„Meine Tochter heiraten? Mutter, wir müssen sie schnellstens vertreiben. Zeigt euch nicht wieder!!!Weg mit euch! Weg, sagte ich.“
Da stehen zwei Kerle, lustiger kann man nicht sein. Wurden von Heiratskandidaten zu Feidnen. Da erhob Shurochka die Stimme, man bemerkt sie nicht sofort, das wandte sie sich an den Vater: „Wenn Sie mich nicht gehen lassen, werde ich mit ihm weglaufen“
Diese Shurocka vertrieb 10 Heiratskandidaten und da zeigte sie ihren Charakter. Der Hausherr wurde noch verärgerter, willst du gegen den elterlichen Willen gehen?! Und Shurocka sprang ins Zimmer und befahl ihren jüngeren Geschwistern: „Tomka, bringe das Pelz heraus, und du Van’ka, die Winterstiefel.“ Während man schrie und ähnliches, schafften es die Kleinen, alles zu erledigen. Die Mutter flüsterte dm Ehemann: „Gebe sie weg, sie ist ein stures Kind, was sie möchte, das soll sein, kommt ganz nach dir. Gebe sie weg, sonst läuft sie selbst fort und richtet noch etwas schlimmeres an. Schau, was sie sagte, wenn man mich nicht diesem Kerl gibt, dann werde ich weglaufen oder gar nicht heiraten.“ Doch der tatarische Schnurrbart bauscht sich auf, aus dem Augen sprüht Feuer, von der Zunge Zankerei. So ist der Großvater Mozharov. Während er schrie und sie bedrohte, schafften es die jungen Leute, zu fliehen und nach dreißig Minuten saß Shurochka bereits im Fellmantel und Handschuhen im Auto. Sie schaffte es, dem zornigen Vater zu entkommen.