Dania Jansi
Sechs Jahre in Dubai: über Geistliches und das Essen
Nach Dubai: 12 kg Bücher und 2 kg Buchweizen
Dubai warf sich in mein Leben mit einem stickigen, feuchten Sommer 2013, zusammen mit der Einladung auf die Arbeit meiner Träume in den Pressedienst einer internationalen Flugkompanie. Diese Wunderstadt mit den Wolkenkratzern und Handelszentren sah ich nur ein paar Mal, während meiner Dienstreise. Und nun kam ich mit zwei großen Koffern, 12 kg Bücher und zwei kg Buchweizen.
Mir bekannte Ausländer warnten mich von einer „Geistlichen Wüste“, und das Internet über die Schwierigkeiten bei der Suche nach Essen und Wasser tagsüber: Ich kam an in der Blüte des heiligen Monats Ramadan und eines streng muslimischen Fastens. Ein Bekannter riet mir, ich solle mich zurückhalten: In den Emiraten kann man einen ins Gefängnis stecken wenn man nicht verheiratet ist und Alkohol trinkt. Das waren all meine Kenntnisse über die neue, östliche Stadt.
Fülle, alles beste und beste. Der erste Ramadan
Dubai machte taub. Direkt. Eine Limousine zum Flughafen und Appartements in einem Fünfsternhotel im ersten Monat (Und ich wie ein Aschenputtel mit Buchweizen im Koffer). Das allerhöchste Gebäude, die aller bekanntesten Restaurants, die fülligste Fülle, die aller bekanntesten Persönlichkeiten und die ambitioniertesten Projekte. Insel, die ins Meer gespült sind und Kanäle, die auf dem Ufer gegraben wurden. Gigantische Aquariums und eine Shipiste mit künstlichem Schnee. Alles schien riesig, nicht real und das aller Größte zu sein. Ein Symbol dessen, dass der Mensch in der Wüste alles erschaffen kann wenn er es sehr möchte.
Mein erster Ramadan in Dubai. In diesem Monat leuchten alle Straßen und Hotels, wie bei uns zum Neuen Jahr, nur mit den Mustern von Halbmonden und altertümlichen Leuchten, alfanar auf arabisch (die Stadt wird geschmückt für das geliebte Fest der Nationen der Welt). Es schien schier unmöglich tagsüber zu essen und zu trinken, doch nur wenn Zuschauer da waren. Manchmal verkaufte man Essen zum mitnehmen, in manchen Cafés konnte man hinter einer Abschirmung essen. Im Büro grenzte man einen Teil ab, in dem man, weit von den Blicken anderer zu Mittas essen konnte oder einen Schluck Wasser trinken. Das ganze erinnerte an einen geschlossenen Club von Ausländern: Manche saßen hier mit ihren Laptops fast den ganzen Tag, trafen sich bei einem Glas Saft oder Kaffee.
Dafür erwarteten abends alle Hotels und Restaurants, die kleinen Kneipen sowie die größere Bars, wie aus den Märchen von Tausend und einer Nacht in ihren Ramadanzelten, die Gäste für den Iftar, die abendliche Versammlung, und dann für die nächtlichen Zusammenkünfte Suhur. In einem jeden solchen Zelt wurde die Schönheit und Dekoration überschattet nur von den Kleidern arabischer Divas und der Tische, die voller östlicher Delikatessen waren. An diesem Monat, genau hinter solchen Tischen, treffen sich Freunde und Geschäftspartner und die Firmen stellen ihre Präsentationen vor. Alle rauchen Wasserpfeife (die einheimischen nennen es „Shisha“) In jenem ersten Sommer lachten die neuen Bekannten, wenn ich ablehnte: „Wir schauen auf dich in einem Jährchen“. In den lokalen Zeitungen beriet man über das Problem von den Lebensmittelresten nach den Iftrafs: das offizielle Essen darf man nicht irgendjemandem außerhalb der Restaurants weggeben (kann sein, dass man sich vergiftet), und es bleibt viel übrig an den Abenden des Ramadans.
Die Handelszentren, Banken, Spas, Parks, Museen haben an diesem Monat bis tief in die Nacht geöffnet. Bei Wunsch und finanzieller Möglichkeiten, kann man den ganzen Tag verschlafen und dann nur für das Abendessen aufstehen und das nächtliche Vergnügen.
Die Auswanderer und der Lifestyle
In meinen sechs Jahren ds Lebens in Dubai, traf ich viele gute Bekannte und ein paar nahe Freunde: Hindus, Libanesen, Mauretarier, Neuseeländer, Engländer, Schotten und Südafrikaner, Georgier, Kasachen, Kirgizen, Russen und sogar Tataren. Hier ist ein neues Babylon: 90 Prozent der Bewohner der Emiraten sind Auswanderer, die aus fremden Ländern kamen, um hier zu arbeiten. Dazu kommt, dass jeder Ausländer in den Emiraten ist, das bedeutet, er ist offen für das Gespräch und irgendetwas anderes als das Gewöhnliche. Alle verhalten sich gut und haben Respekt (weil sie sich in einem Land befinden, in das sie über ein Visum eingereist sind und bei schlechtem Verhalten einfach deportiert werden). Das Level der Kriminalität ist eines der niedrigsten in der ganzen Welt. Kinder von Auswanderern, die in Dubai aufwuchsen, können sich lange nicht an andere Länder gewöhnen. Sie verstehen nicht, wie sie das Auto und das Haus abschließen sollen und nach dem Portemonnaie und dem Telefon achten sollen.
Die lokale Regierung verwundert mit gesundem Menschenverstand und der Möglichkeit von fremden Fehlern zu lernen. Sie nimmt keine sozialen Verpflichtungen in dem Verhältnis zu den Zugezogenen, die hier arbeiten möchten, auch wenn man hier fünf oder fünfundzwanzig Jahre lebt. Du hast gearbeitet, danke, doch die Unterstützung, das Visum, gilt noch einen Monat, Auf wiedersehen. In den 2000er und 2010er, als mit der Erdölschlüssel geschlagen wurde, nahm Dubai die besten Spezialisten aus der ganzen Welt auf mit riesigen Löhnen, dem Fehlen von Steuern und einem Leben im Wohlstand.
Auf dem Dach eines jeden Wolkenkratzers gibt es einen Swimmingpool, Jacousi, Saunen und Hamams und ein Sportsaal. Ich mietete eine Zweizimmerwohnung in einem Bezirk mit futuristischen Wolkenkratzern und künstlichen Seen. Die Bezahlung passte genau für meine Mietwohnung, in den Arabischen Emiraten gehört das zum Gehalt. Man kann auch eine Villa mit einem großen Garten mieten oder Swimmingpool, am Meer leben oder in den neuen Bezirken weit in der Wüste, eine beliebige Marotte für eine beliebige Tasche. Wollen Sie mit dem Auto Ihres Wunsches fahren? Kein Problem, ein Auswanderer, der eilig das Land verlässt, verkauft es Ihnen für wenig Geld. Sie können eine Yacht mieten für drei Stunden oder ein Jahr, Sie können sich die Kosten mit Freunden teilen – es ist schließlich das Meer!
Man muss bemerken, dass das ganze Geld, was hier verdient wurde, unabhängig von der Größe des Gehaltes, die Auswanderer hier für ein schönes Leben ausgeben. Es ist schwer, stehen zu bleiben. Wenn die stickige Sommerhitze sich dem Ende neigt, beginnt die Saison der Events: Die Eröffnung neuer Hotels, Restaurants und Parks, Shows von Weltstars, viel Essen, Shopping, Abende und natürlich Strände und das Meer. Freitags (In den Emiraten sind die Wochenenden Freitag und Samstag, die Arbeitswoche beginnt an den Sonntagen), wie man in den Glamourzeitschriften schreibt, steht die Kultur der Branches an der Tagesordnung. Die Branches in Dubai, das sind halbe Tage von Lebensmittel – und Alkoholkoma, wie es sich gehört, zur Livemusik am Meer, an den Swimmingpools oder in den Hotelrestaurants. Man trinkt hier unerwartet viel. Sogar in Russland habe ich so etwas nicht gesehen, doch man bleibt hier harmlos und glücklich, manchmal jedoch unzurechnungsfähig. Eine solche Auswahl an Alkohol und Schweinefleisch, wie in Dubai, habe ich bisher nirgendwo getroffen. Man verkauft das Verbotene nur in bestimmten Bereichen der Geschäfte, um nicht die rechtgläubigen Moslems zu erzürnen. Und zum Kauf und dem Besitz von Alkohol musste man jedes Jahr eine besondere Erlaubnis bekommen, in der Art eines Führerscheins, obwohl man in den Bars und Restaurants Alkohol früher frei verkauft hat. Die meisten kauften starke Getränke in den Dutyfreeshops zur Zeit der Reisen, es gab jedoch auch illegale Dienste der Lieferung nach Hause.
Fast jeden Abend gibt es irgendwo eine Ladies night, wenn die Bars, Restaurants und Klubs den Frauen zwei-drei Gläser verkaufen bis zu einer grenzenloser Anzahl von Cocktails, Champagner und Wein, manchmal einen großen Rabatt für das Menü, manchmal kostenlose Snacks und Desserts.
Zuerst fanden diese Ladies Nights nur an Dienstagen statt, um zahlungsfähige Männer in die leeren Bars und Klubs einzuladen. In den 2000ern und der ersten Hälfte der 2010er, als das Land noch isoliert war, bestand das Auditorium solcher Abende aus vielzähligen Ausländern, Europäern, Amerikanern und Österreichern, die in der Erdölsphäre engagiert waren, und tausend wunderschönen, jungen Stewardessen lokaler Flugfirmen.
Für den Besitz von Alkohol ohne dass man das Recht dazu hatte oder die Untreue in der Ehe, konnte man bis vor kurzem noch bestraft werde. Das offizielle Verbot für diese beiden Sünden wurde erst im November 2020 abgeschafft. Die Polizei machte auch früher keine Razzien, doch man konnte auch Pech haben. Zum Beispiel eroberte die Nachricht in einer lokalen Zeitung (und dazu kommt, dass sie von Journalisten, die hier ihre Arbeitsvisa hatten, geschrieben wurde). Ein junger Mann machte die Bekanntschaft mit zwei anderen Männern und lud sie zu sich nach hause ein. Die Gäste, welche ihm Spiele versprachen, befestigten den gutgläubigen Romeo mit den Handschellen ans Bett, dann stürmten sie die Wohnung und verschwanden. Der Ärmste wurde von der lokalen Polizei entdeckt, die Räuber wurden gefangen, das Gestohlene wurde zurückgegeben. Doch auch das Opfer wurde inhaftiert, für den Besitz von Sexspielzeug und Alkohol. Übrigens ist es in Dubai verboten sich unter Menschen zu küssen, sogar den Verheirateten: man kann auch deportieren. Noch vor zehn Jahren konnten Eheleute von Vorbeigehenden schikaniert werden wenn sie sich an den Händen hielten. Doch die Zeiten verändern sich.
Wahrscheinlich, vor der Vielzahl der Vergnügungen und der gut bezahlten Arbeit, verfallen hier manche in einer Art Karikatur ihrer selbst. Zu einem großen Problem und Thema eines langen Gespräches können der Regen und die glitschigen Straßen werden, die Tölpelei der Arbeiter, Santechniker und den Überbringern des Essens, die Unmöglichkeit die Klasse im Flugzeug zu erhöhen und das Leben in dem Hotel. Doch im Ganzen sind die Menschen locker, immer bereit für etwas Fröhliches und Schönes. An den Feiertagen und an Wochenenden ist es angebracht, sich auf Reisen zu begeben und in fremde Welten. Besonders zur Zeit des Ramadans (für die, die nicht fasten) und der Hitze, die anhält von der Mitte Mais bis Oktober, dann wenn das öffentliche Leben Dubais eine Pause macht.
Ein jeder gewöhnt sich schnell daran, dass Freundschaft und Beziehungen hier nur eine Weile halten. Dubai ist wie eine Businesshalle des Flughafens: alles ist reich und schön und die Leute sind hier nur auf Durchreise. Manch einer für ein paar Tage, mach einer für eine Woche, für ein Paar Jahre, doch sie alle fahren wieder weg. In diesem Vergnügungszentrum formieren sich nur selten ernste Beziehungen und Familien, wobei ich auch solche Geschichten kennen lernte.
Эмиратцы, старый город и душа Дубая
Emirater, die alte Stadt und die Seele Dubais.
Obwohl man Dubai vor allem mit Shopping assoziiert, mit Abenden, Restaurants und Stränden, kann man hier alles mögliche finden. Ich nahm diesen Ort als neues zuhause an, als ich begann Yoga zu machen und alleine im Meer zu schwimmen bei Sonnenaufgang, in den russischen Bücherklub zu gehen und mich mit Einheimischen anzufreunden. In Dubai leben von ihnen nur 10 Prozent, meistens treffen die Auswanderer diese gar nicht. Durch die Arbeit und manche Projekte kam ich mit ein paar Emirater in Kontakt und fand zwischen ihnen ein paar gute Freunde.
So eröffnete ich mir das alte Dubai und den Bezirk Bastakija, das einzige Quartal mit altertümlichen Häusern der Einheimischen (nach den Maßstäben des jungen Landes mit einem Wüstenklima zu urteilen, bedeutet das, dass es Häuser waren, die zum Ende des 19., zu Beginn des 20. Jahrhunderts gebaut wurden.) Sogar jenes Stückchen Geschichte bewahrte sich zufällig, dank des Ratschlags des damals noch jungen Prinz Charles, zur Zeit seines Besuches in den 80ern. Nun befinden sich hier Museen, Boutiquen und Restaurants. Die Emirater aus Bastakija treffen sich immer noch in dem Bezirk ihrer Kindheit, fast jeden Abend auf das Treffen von Männern mit der Bezeichnung Madzhilis. Zuerst versammelten sie sich nur auf der Straße, dann kauften sie ein Café. Die Emirater laden Touristen und neugierige Auswanderer zu sich, doch die Vorbeigehenden haben meistens Angst und gehen an ihnen vorbei.
Ich hatte das Glück, mit ihnen viele märchenhafte Abende zu verbringen und ich zweifele daran, dass ich noch irgendwo anders, so etwas zu sehen bekäme. Normalerweise vergehen die Madzhilisy bei Männern und Frauen getrennt. Obwohl ein Großteil dessen, was dort gesprochen wurde, mir unverständlich erschien. Diese Alten lachten so frech, und manchmal sangen und tanzten sie so, dass ich mich wie eine von ihnen fühlte.
Mein Freund, der Emirater, zeigte mir gelbe Häuschen und Straßen der Kindheit, den Hof seiner Tante und die Palme, auf die er kletterte, um Datteln zu sammeln. Nun befindet sich in diesem Haus ein Restaurant und eine Kunstgalerie. Und ich versuchte mir vorzustellen, wie es ist, in den Hof der Kindheit zurück zu kehren und zu einer Touristenattraktion zu werden. Für die Emirater, vor allem die Erwachsenen, veränderte sich das familiäre Haus bis zur Nichtwiedererkennbarkeit. In den 60ern, als Gagarin bereits in das Weltall flog, war Dubai noch ein Fischerdorf ohne Elektrizität und mit Öllampen. Kühlschränke und Klimaanlagen gab es auch keine. Man rettete sich vor der Sommerhitze auf den Dächern und tagsüber im Inneren der Häuser unter Windtürmen. Man aß viel Reis und jeden Tag frischen Fisch (damals zählte man das zum Essen der Ärmsten), manchmal Gemüse und Früchte, selten Fleisch. Dafür lebten alle gesund, konnten locker auf jede Palme klettern. Ans Meer, das sich 10 Minuten Autofahrt von Bastakija befand, fuhr man ein mal im Monat zum Picknick, der Strand schien damals weit zu sein. Es gab kaum Wege. Nur Wüste.
Noch zwei historische und atmosphärische Bezirke – Dejra und Bur-Dubaj, die durch die Bucht Dubaj-Krik getrennt sind. Eine Fahrt dorthin erinnert an eine Reise nach Indien oder Pakistan. Hier befindet sich das Zentrum des Handels nach dem Bild der 90er in Russland, kleine Geschäfte mit Fakefirmen (diese zu besuchen kann man für das Vergnügen), kleinen Häusern im sowjetisch-afrikanischen Stil, günstige Dienste und traditionelle Märkte, nun eher touristische. Mehr als nach dem Meer und den Freunden, sehen ich mich nach der pakistanischen Bar „Ravis“ in Bur-Dubaj. Dort gibt es solches Essen, dass das Café nicht umsonst unter den Auswanderern, Touristen und glamourösen Bloggern Kult ist.
Der Freund Emirater erzählte mir, dass auch vor vierzig Jahren „Ravis“ bekannt war in ganz Dubai für die besten Kebabs in der Stadt, dass er immer noch seinen Chauffeur dorthin schickt, damit ihm dieser sein Abendessen bringt. In seiner Jugend war das Bezirk bekannt für einheimische Gays, die ihre Wohnhäuser mit bestimmten Flaggen kennzeichneten (nicht regenbögenfarbigen). Doch das war so lang her, dass sich niemand daran erinnert. Und nun wurde der Freund etwas traurig darüber, dass man diesen alten Bezirk umbauen möchte und verwandeln in eine Oase des Futurismus und des Reichtums.
Was man vor allem bei den Emiratern lernen musste, ist der Stolz für die eigenen Traditionen, die Eigenartigkeit und die Nationalkleidung. Die männlichen, weißen Tunika Kanduras mit dem Schal-Kufiej und einem schwarzen Spinnkabel aus dem Fell eines Igal’s (In der alten Zeit trug man diese Schnur auf dem Kopf, um des nachts diese an das Kamel anzubinden) und die weiblichen schwarzen Abajs zählen auch heute noch zur traditionellen und offiziellen Kleidung. Sie sind unbedingt vorhanden auf Versammlungen, doch manche Einheimischen tragen sie fast jeden Tag. Konzerte und Shows jeder Art lassen einen für ein paar Minuten verweilen, wenn der Azan erklingt, der Ruf für das Gebet – man hört ihn in der ganzen Stadt, sogar in den Handelszentren und Aquaparks.
Man kann sich nur wundern über die Weisheit der Machthaber Dubais, des nachbarlichen Abu-Dabis und den weiteren fünf Emiraten, die in den Anfängen der siebziger Jahre sich einigen konnten über den Zusammenschluss der Macht. Damals waren es noch kleine Fischerdörfer von Fischern und Händlern mit Perlmutt. In weniger als vierzig Jahren, erschufen die Machthaber den jungen Staat. Die Vereinigten Arabischen Emirate, eines der fortschrittlichsten in der Welt. Natürlich kann man lange über das Erdöl sprechen, doch man kann auch genauso andere Erdölländer mit weniger gutem Schicksal aufzählen. Es kommt so vor, als ob man vor Jahrzehnten den einheimischen Sheihs von irgendwo von oben die Weisheitsperle übergab, wie im Film auf einem riesigen Bildschirm des „Neuen Museums der Einheit – Etihad“ Wie soll man sonst die unwahrscheinlichen Metamorphosen diese Region erklären? Übrigens ist es die Perle, welche ein Symbol Dubais ist.
Als ich über die Errichtung der Vereinigten Arabischen Emirate las, war ich überwältigt über das Streben der Machthaber des Landes, wenn sie auf jedes „unmöglich“ und „so etwas gibt es nicht“ von besonderen Ratgebern, antworteten: ich sehe das so.
Und sie erreichten das, was sie wollten. Auf dem Territorium der Wüste, sei es auch unter künstlicher Erbauung, blühen Gärten und grünen Parks. Wie viele Projekte eines solchen „so etwas gibt es nicht“ wurden realisiert. In den 90ern errichtetem und von Wolkenkratzern überhäuften Teil der Stadt, in der Chaussee des Shaihs Zaid zeigten sich nur ein paar der Wolkenkratzer. Niemand verstand den Leader Dubais: wozu benötigt man diese in mitten der gelben Wüsten auf der Straße Abu-Dabis? Wobei die Wüste immer ihr eigenes und immer jetzt zu sich nimmt: auf den n Verbindungsstellen zwischen den Bürgersteigen, in den häufigen staubigen Stürmen, den endlosen Weiten auf den Rändern der Straßen außerhalb der Stadt.
Die Hetzjagd 2020 und wie sich alles innerhalb von 6 Jahren veränderte. Die Zukunft bauen die Gastarbeiter
Der Horizont der Wolkenkratzer, der mich im Jahr 2013 im Zentrum der Stadt, in Downtown blendete, auf der touristischen Dubai Marine und im Umkreis, war damals nicht älter als zehn Jahre. Das allerhöchste Gebäude der Welt, „Burdsch-Halifa“, welches man von jedem Punkt der Stadt sehen konnte, wurde erst in Jahr 2010 eröffnet. Sogar in den sechs Jahren, die ich in Dubai lebte, verdoppelte sich die Zahl der Wolkenkratzer, Hotels und Bezirke, die sich bis in die Wüste ausbreiteten. Dubai überholte das Londoner Heathrow und stand nun an erster Stelle im Passagierstrom als Aviaknoten mit 40 Millionen Passagieren im Jahr, für das zukünftige Wachstum, baute die Regierung einen zweiten Flughafen, Al‘-Maktum, der fast immer leer war. Es schien, als ob die ganze Bevölkerung Dubais in diesen Jahren sich in die Hetzjagd „Wir schaffen es in die Expo 2020“ einordneten und in die Vorbereitung der Stadt für einen noch nie da gewesenen Touristenstrom.
In diesen Jahren eröffnete man auch das lokale Operntheater und das Museum „Louvre Abu-Dabi“, dazu noch zehn neue, gigantische Vergnügungszentren und selbst gemachten Inseln. Man öffnte einen Kunstkanal durch die ganze Stadt und sogar durch die Hauptstraße, um das alten Handelszentrum Dubais mit dem Meer zu verbinden. Als China und Saudiarabien verkündeten, dass sie höhere Wolkenkratzer bauen als das 800-meter hohe „Burdzh-Halifa“, begann Dubai für das Jahr 2020 mit dem Bau eines noch höheren Turmes, dessen Höhe noch nicht bekannt gegeben wurde. In den letzten Jahren wuchs vieles heran. Meine Freunde und ich fanden uns in schicken und fast leeren, neuen Restaurants, Parks und Attraktionen wieder.
Der Lebensstil in Dubai änderte sich in den letzten sechs Jahren. Man kann nun Toristinnen in kurzen Shorts mit einem tiefen Dekolletee antreffen. Jennifer Lopez zeigte sich nicht in Nachtclubs, sondern auf einem Gala-Essen mit dem hohen Scheich. Auf einem großen, russischen Konzert küsste sich ein russischer Geschäftsmann mit seiner Ehefrau. Und die Weltstars hoben sich hervor mit einer fast durchsichtigen Kleidung. Noch vor zehn Jahren waren die Emirate eine recht isolierte Oase mit ihren eigenen Gesetzen, doch jetzt beginnt Dubai das Interesse der Touristen anzulocken. Sogar zum Ramadan verändern sich die Gesetze jedes Jahr und werden immer lockerer: immer mehr Cafés und Restaurants sind geöffnet hinter gar nicht mal so dichten Vorhängen. Immer weniger Respekt zu Traditionen zeigen hier die Touristen und die Auswanderer.
Mit der Lockerung des Visums mit den Ländern SNG und Osteuropas fanden sich hier viele russischsprachige Sucher des Glücks. Oft arbeiten sie illegal für kleines Geld. Wie es sich gehört, mieten sie ein Zimmer oder irgendeinen Ort in der Wohnung oder in einer Villa. Den größen Teil des Geldes geben sie für die Wohnung aus. Dazu nehmen sie noch Kredite für ein Auto auf und Gegenstände, die sie als erstes benötigen. Die Vielzahl der Arbeit ist in der Service-Sphäre wird schlecht bezahlt, unter den Lebenserhaltungskosten, wobei gute Hotelnetze den Arbeitern die Wohnung, den Transport und das essen finanzieren. Übrigens kann man sich in Dubai selbst ins Gefängnis setzen, wenn man einen Check schreibt, welcher nicht den Mitteln auf Ihrem Bankkonto entspricht. Viele fliehen aus dem Land mit nicht abbezahlten Krediten, lassen ihre Autos einfach auf den Straßen stehen, nun, Hauptsache man fliegt nicht mehr über den Flughafen Dubais.
In den letzten Jahren beschloss ich meine Ausgaben und den Lebensstandart zu senken. Ich mietete ein Studium und dann ein Zimmer in einer Villa. Und obwohl ich nun sparen konnte und nicht sofort bezahlen musste, kamen die Ungewissheit und die Nachbarn, deren Verhalten du nicht kontrollieren kannst. Doch ich machte es bewusst und für das Lösen einer konkreten Aufgabe. Nach Dubai zu fliegen für eine wirklich gute Arbeit und für schöne Fotos in Instagram, mit einer trüben Hoffnung auf etwas Helles, sollte man nicht. Wobei es immer glückliche Ausnahmen gibt,
Man muss verstehen, dass auch früher nicht gut bezahlten Auswanderer die Masse der Ausländer stellten, sondern Gastarbeiter aus verschiedenen Ländern. Jene, die auch bei der Hitze und während des Ramadans auf den vielzähligen Baustellen arbeiten, sie leben in den Wohnheimen, weit weg vor den Augen der Städter und Touristen, fahren in kooperativen Bussen ohne Fenster und Klimaanlagen, essen irgendeinen Mist und bekommen davon Sodbrennen. Wenn es manchmal Wochenenden gibt, dürfen sie nicht in der Stadt erscheinen oder am Meer. Gerade ihr tägliches Handwerk verwandelte Dubai aus einer Wüste in eine blühende Oase mit den Wolkenkratzern.
Ein großes Upgrade solcher Arbeiten ist zum Beispiel Taxifahrer zu werden, sie mieten dann billige Zimmer, wo 10-12 Menschen leben, doch dafür verbringen sie den Arbeitstag in Geschäftskostümen und unter Klimaanlagen. Wirklich super ist es Geld zu sparen oder einen Kredit aufzunehmen, ein Auto zu kaufen, zusammen mit anderen Chauffeuren, an sich selbst zu arbeiten. Noch gibt es hier eine riesige Armee unsichtbarer Service-Arbeiter, meistens Philippiner, Srilankesen und Nepalesen, die nicht in gerade besseren Verhältnissen leben. Doch wenn man in Dubai lebt, ist es das Beste, sich nicht mit den Fragen über Gerechtigkeit zu beschäftigen, gerade laut. Das ist doch der aller glücklichste Platz auf der Erde, hier gibt es sogar das Ministerium für Glück. Und dazu Bestrafungen für die Verbreitung von Gerüchten oder fremder Fotos in den sozialen Netzwerken und Messanger.
Ich persönlich, als ich die Losungen über Dubai 2020 sah, fing mich immer bei dem Gedanken, dass es gut wäre, wenn ich im Jahr 2020 nicht mehr hier bliebe. Irgendetwas in der Welt ging nicht so wie es sollte, noch vor diesem verfluchten Jahr: Wirtschaftliche Stagnation und später der Abschwung erreichten langsam Dubai. Was im Jahr 2020 geschah auf dem ganzen Planeten, muss nicht ich euch erzählen. Die Expo in Dubai verlegte man um ein Jahr, auf den Herbst 2021, die Eröffnung des neuen, allerhöchsten Turmes in der Welt, wurde ebenfalls auf einen unbestimmten Zeitraum verlegt,
Die letzten beiden Ramadans. Wir lassen das Angestaubte hinter und. Zeit nach hause zu fahren.
Eines Tages saßen meine teure Freundin und ich in unserem liebsten griechischen Restaurant am Meer, rauchten Wasserpfeife, blickten auf den riesigen „Segel“, „Burdz-El‘-Arab“. Wir berieten uns, wie es dazu kam, dass wir beide in Dubai lebten. Diese Seifenblase der Fülle und Übersättigung, der Stände und Abende, der Leichtigkeit und Leere, wobei wir zu all dem nicht strebten. Wir machten Witze: möglich, dass es Karma ist, in dem vorherigen Leben arbeiteten wir irgendwo in Sibirien im Sägewerk, deswegen fanden wir uns beide hier wieder und freundeten uns an. Und obwohl das Sägewerk in Sibirien für uns eine figurative Rede darstellte, leben in Dubai wirklich viele Besitzer riesiger Kapitale, für die der Weg in die vertrauten Gegenden verschlossen ist. Doch mit dieser Welt kreuzten sich meine Wege nicht, zum Glück, wenn dann nur von weitem auf Veranstaltungen.
Obwohl diese Freundschaft die aller ehrlichste ist, tangierte sie auch unsere beider Verpflichtungen, und auch das ist eine Geschichte Dubais. Die Vielzahl der Treffen mit wirklich interessanten Menschen an den schönsten Orten, finanzierte mir mein Arbeitgeber. Partner und Kollegen luden uns ständig ein zu den vielzähligen Sitins und Eröffnungen.
Doch in den letzten Jahren begann mich das alles zu nerven. In der Freizeit besuchte ich Veranstaltungen oder Treffen nur in Ausnahmefällen, nur wenn es notwendig war, und mit nahen Freunden. Die Freizeit verbrachte ich mit dem Lesen von Büchern, mit dem Studium online und offline in den Ferien, mit dem Schreiben. Erstaunlich, doch in dieser geistigen Wüste, finden sich viele wieder. In dem Reiten auf Pferden, den Fahrten auf den Mofas, Couchings in allen möglichen Fragen, gesundem Essen, Volontariat, Religion, Schöpfung.
Jemand, der in Dubai lebst, vertieft sich in geistige Praktiken und Such, irgendjemand beschloss, dass all das Korporative ihn nicht interessiert, und er begann viel zu lernen und zu schreiben – so wie ich.
Dazu kam, dass in den letzten zwei Jahren in Dubai, ich selbst ebenfalls zum Ramadan fastete. Ich wollte es nur ein paar Tage ausprobieren, um die Freunde besser zu verstehen, die auch fasteten und die bereits gegangenen Großmutter und Großvater.
Es war schrecklich, den ganzen Tag kein Wasser zu trinken: Mit Essen experimentieren wir Frauen viel und mutig. Doch es schien unlogisch zu sein, während der Hitze nicht zu essen und zu trinken, um später in der Nacht zu essen. Doch ich beschloss mich dem Allerhöchsten anzuvertrauen
, etwas nicht für mich und mein Ego zu tun. Ich schaffte es das ganze Fasten durchzuhalten und dieser Monat wurde zu dem aller zauberhaftesten in Dubai. Was kostet nur der Geschmack von Wasser und Datteln nach einem Tag des trockenen Hungers.
Es war auch interessant die Traditionen der Araber von innen zu begreifen. Jeder Abend zu Ramdan ist ein Grund sich mit der Familie zu treffen für ein festliches Mahl nach einem langen Tag des Fastens, in diesem Monat besuchen sich die Verwandten und Freunde, freuen sich.
Stellen Sie sich ein Vorjahresessen der Familie vor. Es stellte sich heraus, dass auch das Fasten einem nicht schwer fällt. Und die kleine Periode ohne Sorge, die Gedanken an das Geistliche und das Studium des Korans, sind gar keine Zeitverschwendung.
Dann gefiel mir noch die Tradition Sadaks, zum Ramadan gibt jeder Moslem einen Teil seines Gehaltes (wenn er keine Kredite hat) für die Hilfe der Bedürftigen, um mit ihnen die Liebe de Allerhöchsten zu teilen.
In jenem Jahr des Umzuges las ich ein damals modernes Buch über das japanische Aufräumen. Ich schaffte es endlich für Ordnung im Haus zu sorgen. Ich schmiss einen großen Teil meiner Kleidung weg und nahm ab. Mit dem neuen Glück des Loswerdens von allem möglichen, flog ich für ein ein paar Tage in meine vertraute Kasan‘ und traf im Flieger die Liebe meines Lebens, meinen zukünftigen Ehemann – einen Tataren, wie ich selbst. Er arbeitete damals in Afrika. Irgendwie entwickelten sich zwischen uns die Verhältnisse. Nach ein paar Monaten flogen wir wieder nach Kasan‘ zu unserer muslimischen Hochzeit (über diese Traditionen wussten wir beide nichts und suchten im Internet nach Informationen) und nach einem halben Jahr fuhren wir nach Russland und feierten die Hochzeit.
Im Sommer 2019, vor dem Umzug aus Dubai, begann ich wieder Ramadan zu zelebrieren. Doch ich hörte nicht auf den Koran, bemühte mich all die nicht zu ende gelesenen Bücher zu ende zu lesen (meine dubaische Bibliothek wurde während dieser Jahre immer größer), ich organisierte die Angelegenheiten auf der Arbeit, den Umzug und die Hochzeit in Kasan‘. Deswegen fiel mir mein zweites muslimisches Fasten etwas schwerer, es gab nicht solche Geistlichkeit und Zauber, wie beim ersten Mal. Später, in Russland, fastete ich nicht mehr, doch irgendwann werde ich es unbedingt machen, doch Schweinefleisch und Alkohol ist nichts mehr für mich.