Rezension zu: Aigerim Tazhi „Paper- thin -Skin 2019“ (Translated by J. Kates)

Von Lena Muchin

„МНЕ КАЖЕТСЯ, ЧТО РОДИНА – ПОНЯТИЕ, У КОТОРОГО НЕТ ОДНОЗНАЧНОГО ОПРЕДЕЛЕНИЯ, ОНО НЕСЁТ В СЕБЕ ОЧЕНЬ МНОГО СМЫСЛОВ. ДЛЯ МЕНЯ РОДИНА – ЭТО МЕСТО, ГДЕ ПРОШЛО МОЁ ДЕТСТВО. ВСЁ ТАМ ЗНАКОМОЕ, РОДНОЕ. НО ЭТО ДАЖЕ НЕ КОНКРЕТНЫЙ ГОРОД, А НЕКОЕ ОСОБЕННОЕ СОЧЕТАНИЕ ПРИРОДЫ, КЛИМАТА, ЕДЫ, ЛЮДЕЙ, ЗАПАХОВ, СЛОВ.“ AUF DIE FRAGE, OB AIGERIM TAZHI IRGENDWANN AUF KASACHISCH SCHREIBEN WIRD, ANTWORTET SIE, DASS SIE IN DER SOWJETUNION GEBOREN WURDE, WO DIE VORHERRSCHENDE SPRACHE RUSSISCH WAR: „ЭТО ЯЗЫК, НА КОТОРОМ Я ГОВОРЮ С ДЕТСТВА, ПОТОМУ И СТИХИ Я ПИШУ НА НЁМ.“

IHR PROJEKT „НАГЛЯДНАЯ ПОЭЗИЯ“ (NAGLJADNAJA POÄZIJA) BESCHREIBT SIE ALS PROJEKT VON DREI KASACHSTANISCHEN AUTOREN, DIE SICH DAZU ENTSCHIEDEN HABEN, GEDICHTE IN EINER ANSCHAULICHEN FORM ZU PRÄSENTIEREN, DEN LESER DAZU ANIMIEREND, MIT IHNEN ZU INTERAGIEREN, SIE ANZUFASSEN, SIE ZU RIECHEN, ZU ESSEN, ZU HÖREN, SIE AUS BRUCHSTÜCKEN WIEDER ZUSAMMEN ZU FÜGEN, SIE ZU BRECHEN, ZU ENTSCHLÜSSELN. IN EINER DER KASACHISCHEN GALERIEN WURDE EINE AUSSTELLUNG ERÖFFNET, WO GEDICHTE IN FORM VON INTERAKTIVEN INSTALLATIONEN VORGESTELLT WURDEN. EIN EXPONAT TAZHIS WAR BEISPIELSWEISE EIN ROSENKRANZ, DER BESCHRIFTET WAR MIT BUCHSTABEN, DIE GEDICHTE ERGABEN. UM DIE GEDICHTE LESEN ZU KÖNNEN (EINE PERLE NACH DER ANDEREN) MUSSTE MAN DEN GANZEN KREIS DURCHGEHEN. IM GEDICHT OFFENBARTE SICH EIN SPIEL DER SINNE, WO VON DEN GEDANKEN AN GOTT ES WEITER GEHT ZU DEN GEDANKEN AN EIN WELTENDE. EIN WEITERES EXPONAT AIGERIM TAZHIS WAR EINE SCHREIBTAFEL AUS TON MIT GEDICHTEN BESCHRIFTET. DIE TAFEL LAG AUF DEM BODEN UND DIE MENSCHEN TRATEN VERSEHENTLICH DARAUF, WOVON SIE IN STÜCKE ZERBRÖCKELTE. UND UM DIE GEDICHTE ZU LESEN, MUSSTEN DIE BESUCHER DER AUSSTELLUNG AUS DIESEN BRUCHSTÜCKEN EIN MOSAIK ZUSAMMEN SAMMELN. IM NACHHINEIN WAR DIE TAFEL SO STARK ZERBRÖCKELT,  SO DASS MAN DIE EINZELNEN TEILE NICHT MEHR ZUSAMMENFÜGEN KONNTE. DIE AUSSTELLUNG GING NUR EIN TAG, WEIL DIE MEHRHEIT DER EXPONATE NICHT MEHR EXISTIERTE, KAPUTT WAR. ZUM ABSCHLUSS LÄSST SICH FEST HALTEN, WAS OKSANA TRUTNEVA ÜBER TAZHI GESCHRIEBEN HAT, HIER WIRD SIE VON J. KATES IN SEINEM VORWORT ZU DEM LYRIKBAND ZITIERT: „AN EINER IMAGINÄREN GRENZE ZWISCHEN EUROPA UND ASIEN, ZWISCHEN DER RUSSISCHEN UND KASACHISCHEN SPRACHE, WIRKT ES ALS OB UNS DIE AUTORIN IN EINE WELT FÜHRT, IN DER GRENZEN NICHT EXISTIEREN, WO SPRACHEN UND DIE ART ZU DENKEN SICH VEREINIGEN UND DAS WORT ZU EINEM DIRIGENTEN IN DIESER WELT WIRD.“ (OKSANA TRUTNEVA, NOVYJ MIR, MOSCOW 2015, NO. 12)

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