Übersetzt von Polina Stoppel-Beise und Lena Muchin: Der Tag der Kosmonautin I Ich lebe auf dem Prospekt Gagarins in der Stadt der umbenannten Straßen dort wo Dzeržinskij und Kalinin die illegalen Decknamen der Helden Nauryzbaj und Kabanbaj tragen aber Gogol‘ und Ševčenko halten sich an die Pass-Daten und Furmanov wartet auf den Tod von demjenigen,„Marija Vilkovskaja: „Gedichte verschiedener Jahre““ weiterlesen
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Sabyrzhan Madeyev „Das Lieben darf man nicht vergessen“
Übersetzung von: Lena Muchin: „Rus, warum willst du mich nicht in den „Mega“ begleiten?“ „Ich mag nicht.“ „Wir haben doch Wochenende. Deine Mutter kommt zu Besuch. Wir haben schon alles gekauft.“ „Aber Rus.“ „Nein, Zami, nein. Ich gehe nirgends wohin. Ich habe doch noch die Betriebsfeier,“ Rustam wedelte selbstsicher mit der Hand und scrollte gleich„Sabyrzhan Madeyev „Das Lieben darf man nicht vergessen““ weiterlesen
Timur Nigmatullin „Dämonen“
Übersetzt von: Lena Muchin: Die Sonne über unserem Hof steht als letztes auf. Sie steigt langsam auf der Seite der Mehretagenhäuser und schaut erst gegen Mittag in meine Fenster rein. In diesem Moment ist in unserem Haus schon alles auf den Beinen. „Es leben hundertdreiundzwanzig Bewohner hier und sogar die Sonne will sich nicht bei„Timur Nigmatullin „Dämonen““ weiterlesen
Ilja Odegov „Eine beliebige Liebe – Konzert in sieben Teilen“
Übersetzt von: Lena Muchin: Teil I. In einem Boot Das Wasser drehte sich und wand sich um das Boot, umfasste seine festen, nach Harz riechenden Seiten, riss weiter fort. Es bewegte sich mal zum Ufer, kreiste mal in Wasserwirbeln und brachte den im Boot sitzenden Jegor fort von seinen Gedanken, von seinen dummen Grübeleien. Weil„Ilja Odegov „Eine beliebige Liebe – Konzert in sieben Teilen““ weiterlesen
Ilja Odegov „Die Ankömmlinge“
Übersetzt von: Lena Muchin: Timur und sein Sommer. Er wurde zwölf. Vor ein paar Tagen backte die Mutter einen Kuchen, auf dem perlenartig „Timur-12 Jahre“ mit Beeren ausgelegt war. „Schon so erwachsen!“ achten die Tanten, am Tisch auf seine Gesundheit anstoßend. Er ist dieses Jahr wirklich gewachsen, wuchs ganz in die Höhe, wurde jedoch noch„Ilja Odegov „Die Ankömmlinge““ weiterlesen
Sabyrzhan Madeyev „Ohrringe des aktualisierten Bildungsinhaltes“
Übersetzt von: Lena Muchin: Die Schule machte einen niederdrückenden Eindruck. Von außen ging es noch, aber im Inneren…unabhängig von der Tageszeit, war es im Foyer der Schule immer dunkel. Eine Reihe zerschlissener Durchreisender, hinter ihnen stand ein finsterer Wachmann, eine Horde Eltern, die sich ruhig untereinander absprachen – das alles machte den Eindruck irgendeines Regimeobjektes.„Sabyrzhan Madeyev „Ohrringe des aktualisierten Bildungsinhaltes““ weiterlesen
Rezension zu: Aigerim Tazhi „Paper- thin -Skin 2019“ (Translated by J. Kates)
Von Lena Muchin Aigerim Tazhi wurde im Jahr 1981 in Aktobe, in Westkasachstan geboren. Bis jetzt wurde 2004 ein Gedichtband mir dem Titel „БОГ-О-СЛОВ“ veröffentlicht, ein Wortspiel das als „GOTT-DER-WÖRTER“ gelesen werden kann. Sie bekam mehrere literarische Auszeichnungen, unter anderem war sie 2011 im Finale des ehrenvollen, russischen Preises für Poesie: „Debut“. Ihre Arbeiten wurden„Rezension zu: Aigerim Tazhi „Paper- thin -Skin 2019“ (Translated by J. Kates)“ weiterlesen
Ilja Odegov „Die Fluchten“ (Pobegi)
Übersetzt von: Lena Muchin: Erste Flucht. Haus Die Alte schlief auf der achten von neun Etagen, in einer Einzimmerwohnung, gekauft in einer Zeit, speziell um die alte Wohnung ihrer Tochter mit Mann und Kindern zu überlassen. Die Alte ging um zehn Uhr schlafen und stand mit den ersten Sonnenstrahlen auf. Deswegen mochte sie es nicht,„Ilja Odegov „Die Fluchten“ (Pobegi)“ weiterlesen
Über Ilya Odegov
Ilya Andreevič Odegov wurde 1981 in Nowosibirsk geboren, er lebt und arbeitet in Almaty als Prosaautor. Seine Erzählungen und Geschichten wurden in vielen Literaturzeitschriften – und Sammlungen in Kasachstan, Russland und Großbritannien veröffentlicht.
„Schnee im Spinnennetz“ (Sneg v pautine). Quelle zum russischen Text: https://magazines.gorky.media/novyi_mi/2015/12/sneg-v-pautine.html?fbclid=IwAR1qvt7IPslJOZ-Y04OacBynRAOJxc3aR7EhcHA0yeD7caLUG8NStskxna0
1. Der Winter wurde kalt und der Schnee wehte immer Richtung Almaty. Die struppigen Zweige der Tanne neigten sich nach unten, unter der Last der kleinen, weißen Kissen, versuchten diese loszuwerden, aber der Schnee haftete mit aller Kraft an den Nadeln und wollte nicht runter fallen. Gelbe, abgepellte Dreietagen-Häuser schimmerten durch das Staket der„„Schnee im Spinnennetz“ (Sneg v pautine). Quelle zum russischen Text: https://magazines.gorky.media/novyi_mi/2015/12/sneg-v-pautine.html?fbclid=IwAR1qvt7IPslJOZ-Y04OacBynRAOJxc3aR7EhcHA0yeD7caLUG8NStskxna0″ weiterlesen