Timur Nigmatullin: „Ich lüge nicht, Mama“

Übersetzt von: Lena Muchin: Kaptel I. Als erster darf  man nicht lügen „Nässt er auch ein?“ fragte eine dicke Frau mit einem Schal über den Schultern und schaute meine Mutter an, „wie alt ist er?“ „Acht,“ antwortete ich, „Ich scheiße.“ „Also!“ die Mutter zog mich am Ärmel, „er ist sechs. Das war ein Witz. Sind„Timur Nigmatullin: „Ich lüge nicht, Mama““ weiterlesen

Julia Agentova: „Die Formel der Liebe“

Übersetzt von: Lena Muchin Paul saß am Tisch und drückte mit seiner ganzen Kraft die Hände auf seine Ohren. Wenn er sie runter nahm, um eine Seite um zu blättern oder irgend etwas in sein Heft zu schreiben, hörte er aus dem Nachbarzimmer: „Wir existieren für dich nicht! Nur Formeln…“ „Weißt du, das gehört zu„Julia Agentova: „Die Formel der Liebe““ weiterlesen

Sabyrzhan Madeyev: „Der Sarkasmus Fortunas“

Übersetzt von: Polina Stoppel-Beise „Für weniger als einen Fünfer fahre ich nicht“, sagte der Taxifahrer in einer ruhigen Manier. „Und werde sicherlich nicht in dieses Provinzialdorf hineinfahren.“ „Nein, Danke! Ich müsste eigentlich gerade in dieses Dorf.“ Es war klar, dass es keinen Sinn machte zu versuchen, den Taxifahrer zu überreden. Andere „Fahrer“  kurbelten sogar schweigend„Sabyrzhan Madeyev: „Der Sarkasmus Fortunas““ weiterlesen

Sabyrzhan Madeyev: „Ap!rilthesen“

Übersetzt von: Polina Stoppel-Beise u. Lena Muchin Nein, Jungs, was ihr auch sagt, aber früher war das Leben spannender! Sollen sie ruhig schimpfen auf unsere 70er-80er, den verfaulenden Sozialismus, den Stillstand und ähnliches, aber ich sage euch: in diesem allen war etwas, was man mit Worten nicht beschreiben kann. Aber ich versuche es. Ich war„Sabyrzhan Madeyev: „Ap!rilthesen““ weiterlesen

Ilja Odegov: „Den Traum in die Hand“

Übersetzt von: Lena Muchin: Der Fleischer Džafar war ein relativ kleiner, weicher Mann mit großen, feuchten Reh-Augen und langen Wimpern. Wenn er sprach, lächelte er ein klein wenig, so als ob er daran zweifelte, was er sagte und klimperte mit den weichen Wimpern wie ein Schmetterling mit seinen Federn. Seine Hände waren groß und warm.„Ilja Odegov: „Den Traum in die Hand““ weiterlesen

Marija Vilkovskaja: „Gedichte verschiedener Jahre“

Übersetzt von Polina Stoppel-Beise und Lena Muchin: Der Tag der Kosmonautin I Ich lebe auf dem Prospekt Gagarins in der Stadt der umbenannten Straßen dort wo Dzeržinskij und Kalinin die illegalen Decknamen der Helden Nauryzbaj und Kabanbaj tragen aber Gogol‘ und Ševčenko halten sich an die Pass-Daten und Furmanov wartet auf den Tod von demjenigen,„Marija Vilkovskaja: „Gedichte verschiedener Jahre““ weiterlesen

Maria Vilkovisky: „Gedichte“

Übersetzt von: Polina Stoppel-Beise u. Lena Muchin: „Der Tag der Kosmonautin I„ Ich lebe auf dem Prospekt Gagarins in der Stadt der umbenannten Straßen dort wo Dzeržinskij und Kalinin die illegalen Decknamen der Helden Nauryzbaj und Kabanbaj tragen aber Gogol‘ und Ševčenko halten sich an die Pass-Daten und Furmanov wartet auf den Tod von demjenigen,„Maria Vilkovisky: „Gedichte““ weiterlesen

Sabyrzhan Madeyev „Das Lieben darf man nicht vergessen“

Übersetzung von: Lena Muchin: „Rus, warum willst du mich nicht in den „Mega“ begleiten?“ „Ich mag nicht.“ „Wir haben doch Wochenende. Deine Mutter kommt zu Besuch. Wir haben schon alles gekauft.“ „Aber Rus.“ „Nein, Zami, nein. Ich gehe nirgends wohin. Ich habe doch noch die Betriebsfeier,“ Rustam wedelte selbstsicher mit der Hand und scrollte gleich„Sabyrzhan Madeyev „Das Lieben darf man nicht vergessen““ weiterlesen

Timur Nigmatullin „Dämonen“

Übersetzt von: Lena Muchin: Die Sonne über unserem Hof steht als letztes auf. Sie steigt langsam auf der Seite der Mehretagenhäuser und schaut erst gegen Mittag in meine Fenster rein. In diesem Moment ist in unserem Haus schon alles auf den Beinen. „Es leben hundertdreiundzwanzig Bewohner hier und sogar die Sonne will sich nicht bei„Timur Nigmatullin „Dämonen““ weiterlesen

Ilja Odegov „Eine beliebige Liebe – Konzert in sieben Teilen“

Übersetzt von: Lena Muchin: Teil I. In einem Boot Das Wasser drehte sich und wand sich um das  Boot, umfasste seine festen, nach Harz riechenden Seiten, riss weiter fort. Es bewegte sich mal zum Ufer, kreiste mal in Wasserwirbeln und brachte den im Boot sitzenden Jegor fort von seinen Gedanken, von seinen dummen Grübeleien. Weil„Ilja Odegov „Eine beliebige Liebe – Konzert in sieben Teilen““ weiterlesen

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